Hintergrundinformation zu Kinderarbeit
 

Was ist Kinderarbeit?
Definition, Daten, Diskussionsstand

Neoliberalismus und Kinderarbeit
Wichtige internationale Übereinkommen

Erklärung von Mailand vom 2.12.02 (neu)
Erklärung des ersten internationalen Treffens von Kinderarbeitern 1996

Erklärung des Treffen von Kinderarbeitern August 1997

Stellungnahme der Vertreter asiatischer Länder September 1997
Erklärung von Huampaní für eine würdige Arbeit 1997

Kinder-Forum gegen ausbeuterische Formen der Kinderarbeit 1997

Presseerklärung der arbeitenden Kinder und Jugendlichen von Bolivien


Was ist Kinderarbeit ?

Die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen definiert Kinderarbeit in Artikel 32: 

(1) Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes an, vor wirtschaftlicher Ausbeutung geschützt und nicht zu einer Arbeit herangezogen zu werden, die Gefahren mit sich bringen, die Erziehung des Kindes behindern oder die Gesundheit des Kindes oder seine körperliche, geistige, seelische, sittliche oder soziale Entwicklung schädigen können. 
Weitere Definition im 1. Übereinkommen über die Abschaffung der Sklaverei (ILO) vom 7.9.1956: Hier werden die Vertragsstaaten aufgefordert, gesetzgeberische und sonstige Maßnahmen zu treffen zur vollständigen Abschaffung von Versklavung und sklavenähnlichen Praktiken, Schuldknechtschaft (persönliche Dienstleistungen des Schuldners als Sicherheit), Leibeigenschaft, Zwangsheirat. 

Verschiedene Konventionen legen Altersgrenzen fest: 

  • International Labour Organisation (ILO), Konvention Nr. 138, 1973: 
    Mindestalter: 15 Jahre (für Industriestaaten), oder Ende der allgemeinen Schulpflicht. 
    Mindestalter: 13 bis 14 Jahre für sogenannte leichte Arbeit, die keine Gefährdung birgt.

  • UN-Kinderrechtskonvention von 1989: generelle Altersschutzgrenze 18 Jahre 

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Was bringt eine neue ILO-Konvention gegen ausbeuterische Kinderarbeit? 

Die neue Konvention soll für alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren gelten und genau definieren, was unter besonders ausbeuterischer Kinderarbeit verstanden werden soll. Die neue Konvention soll 1999 zur Unterzeichnung vorliegen. Die Konferenz in Oslo im Oktober 1997 soll einen Aktionsplan ausarbeiten. 

Die ILO setzt große Hoffnungen in eine neue Konvention. Nach ihrer Ansicht sind die Bedingungen für die Abschaffung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit günstig: In ihrem Bericht »Kinderarbeit - Gezielt gegen das Unerträgliche½ nennt die ILO drei Gründe für diesen Optimismus: Das Wissen über Ausmaß und Brutalität von Kinderarbeit ist enorm gewachsen. Viele asiatische Länder verzeichnen ein enormes Wirtschaftswachstum, auch für einige afrikanische Länder ist so ein Wachstum zu erwarten - demnach muss in diesen Staaten Geld für Programme gegen Kinderarbeit vorhanden sein. Fast alle Nationen haben die Kinderrechtskonvention der UNO unterzeichnet, müssten also bereit sein, konkrete Absprachen zu deren Durchsetzung zu treffen. 

terre des hommes sieht in einer neuen ILO-Konvention Chancen, vorausgesetzt, sie enthält einen konkreten und zeitgebundenen Aktionsplan: Die ILO setzt sich aus Arbeitgebern, und den Vertretern von Regierungen und Gewerkschaften zusammen - es ist zu hoffen, dass diese Gruppen sich bei der Umsetzung einer Konvention gegenseitig anspornen und kontrollieren. Außerdem gilt eine ILO-Konvention für alle Kinder eines Landes - nicht nur für einzelne Gruppen, wie Kinder in exportorientierten Industrien. Die viel diskutierten Sozialklauseln hätten nur diese Kinder einbezogen - nach Schätzungen arbeiten aber nur fünf Prozent aller Kinderarbeiter für den Export. 

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Wie viele Kinder müssen arbeiten?  

Laut UN gibt es heute 300 Millionen Kinderarbeiter unter 15 Jahren bis zum Jahr 2000 sollen es bereits 375 Millionen Kinder sein. Laut ILO arbeiten allein in den Entwicklungsländern 370 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren. 120 Millionen dieser Mädchen und Jungen arbeiten Vollzeit, 250 Millionen Kinder Teilzeit. Von diesen 370 Millionen Kinderarbeitern arbeitet der größte Teil in Asien (61 Prozent), auf Afrika entfallen 32 Prozent, auf Lateinamerika sieben Prozent. 
Sämtliche Zahlen sind Näherungswerte, da die Datenerhebung über oft illegale Arbeitsverhältnisse schwierig ist und aus vielen Ländern gar keine oder nur mangelhafte Angaben vorliegen. 

Auch in den Industriestaaten arbeiten Kinder: In Deutschland arbeiten laut einer Studie der Bundesländer insgesamt 600.000 Kinder, von den 13- bis 15jährigen arbeiten 40 Prozent. (terre des hommes) 

Vertiefende Informationen:  

http://www.hausarbeiten.de/data/soziologie/soz-kinderarbeit.htm 
Unter dieser Adresse finden LehrerInnen  und interessierte SchülerInnen eine vertiefende Auseinandersetzung mit der Problematik: 
Sandra Schmitz ,Dionysiusstr. 171, 47798 Krefeld: Kinderarbeit - Ausmaß, Ursachen, Lösungsansätze 
( Schwerpunkte: AUSMASS, FORMEN DER KINDERARBEIT URSACHEN - Armut, Bildungsmisere, Diskriminierende Traditionen -LÖSUNGSANSÄTZE - Akteur "erste Welt" - Rugmark, TRANSFAIR, Akteur "dritte Welt", Manthoc)

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