COMPA - "Comunidad
de productores de artes" hat seine Wurzeln im TEATRO TRONO. Durch die
kulturellen Arbeit von Teatro Trono in El Alto, traten auch verschiedene
andere "kulturproduzierende Gruppen" in El Alto an die Öffentlichkeit. Als
"Dach" dieser Gruppen wurde COMPA Ende der 90er gegründet.
Seitdem wuchs COMPA sehr schnell. Das ist auf nationaler
Ebene im kulturellen Bereich ungewöhnlich. und bringt viele
Schwierigkeiten mit sich, wie z.B. institutionelle Unerfahrenheit. Mehr
Leute werden benötigt um diesen Ansturm an neuen Aufgaben bewältigen zu
können. Es gibt zu wenige, die verantwortungsvolle Positionen besetzen
wollen. Die Energie wird lieber in die vielfältigen Projekte direkt
investiert. COMPA nutzt diesen Prozess mit viel Kreativität und mit
der Einbindung vieler junger Leute um die Schwierigkeiten zu beseitigen.
Nebenbei sind das auch Erfahrungen die ermöglichen, kollektiv und
personell zu reifen.
COMPA betreibt
inzwischen in El ALTO ein Kulturhaus das regelmäßige kulturelle
Veranstaltungen anbietet, sowie ein reisendes Kulturhaus in Form eines
“LKW-Theater” und noch viele andere ergänzende Aktivitäten. Man das
Kulturhaus als permanentes Lehr- und Kreativzentrum definieren, ein
Mittelpunkt für Phantasie und Experimentierfreude für Kinder und
Jugendliche. Es ist das erste unabhängige Kulturhaus der Stadt.
DAS KULTURHAUS
Das Projekt erstreckt sich über 240 qm und 6 Etagen, insgesamt 1440 qm (
inkl. Wohnfläche für 30 Personen). Das Haus ist kurz vor der
Fertigstellung und einige Räume werden schon für die Arbeit von COMPA
genutzt, wie z.B der Theatersaal für 250 Besuchern, die Bibliothek,
die Kinothek, die Turnhalle, die Fortbildungsräume, der Theater-LKW und
die Wanderaktivitäten, außerdem kommen noch Büros, zwei Ausstellungsräume,
Räume für Kostümbildner und Schneiderei, mehrere Lager und ein
Observatorium im 6. Stockwerk des Hauses dazu. Im Keller, ist eine
Gedenkstätte für die Bergarbeiter Bewegung mit mehreren Bergwerkstollen.
Bis jetzt hat COMPA rund 80.000 US$ in das Kulturhaus investiert, wovon
der Kauf des Hauses 21.500 $ verschlungen hat. 50.000 $ hat TEATRO TRONO,
dank vier Europa- und zwei EEUU- Reisen beitragen können. Es werden noch
25.000 US$ für die Fertigstellung benötigt.
Gemeinsam mit der
Bolivianischen Filmbibliothek wird mit Video gearbeitet, um die vielen
kreativen Ausdrucksmöglichkeiten der “Bilder in Bewegung” zu untersuchen.
Es werden viele Themen angesprochen wie Autorität, Selbstbewusstsein,
Identität, Kultur, um die Kinder und Jugendlichen beim Entwurf eigener
Vorschläge zu unterstützen.
DIE
KINOTHEK
Die Kinothek entstand vor sieben Jahre. Wir sind im 82. Filmzyklus. Wir
benutzen ein Videogerät und ein 45 Zoll Fernseher und besuchen damit die
Schulen. Als kritische Betrachter des bewegtem Bildes versuchen wir die
einseitige Weltanschauung der Menschen zu brechen. Wir versuchen eine
kritische Annäherung zum allmächtigen Fernsehen zu ermöglichen, anhand von
Filmen und Videos für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Frauen und Männer.
DIE BIBLIOTHEK
Seit 7 Jahren gibt es die Bibliothek mit dem Schwerpunkt auf Darstellende
Künste und allgemeine Bücher für Schüler. Die etwa 4:000 Titeln decken die
Bedürfnisse der Schüler der Gegend einigermaßen. Sie wird von
durchschnittlich 120 Lesern pro Woche genutzt.
DIE WANDERBIBLIOTHEK
Die Bibliothek hat sich vor einem Jahr aufgeteilt. Sie beschäftigt sich
mit Aktivitäten in Stadtvierteln und Schulen. Ab und zu wird sie mit
anderen wirkungsvollen Aktivitäten ergänzend, wie die Ludotecas (ludus=spielen),
Plastilin-Ecke, Theater-Ecke, Mal-Ecke etc. Die Wanderbibliothek lässt
COMPA näher an die Schüler herankommen. So ist die Aussicht auf Nachwuchs
für das Kulturhaus größer: Das ist nichts anderes als das Wachstum einer
Jugendbewegung, die auf Kreativität setzt.
LUDOTECA
Traditionelle und didaktische Spiele Bestandteile der
beiden Bibliotheken . Wir planen z.B. ein Schachbrett 4m x 4 m groß und
auch noch andere Spiele in dieser Größenordnung mit denen man spielend die
unterschiedlichsten Themen erlernen kann.
COMPANET
Es ist notwendig, Kindern und Jugendlichen, den Zugang zu den neuen
Technologien zu ermöglichen, besonders denen aus den benachteiligten
Teilen unserer Gesellschaft. Das Internet ermöglicht den direkten
Austausch zwischen den Kulturen. Z.B. entstand ein Austausch über
ökologische Themen zwischen zwei Schulen von EL ALTO und zwei aus
Amsterdam. Wir schaffen damit den direkten Kontakt Kindern und
Jugendlichen.
COMPANET funktioniert seit 5 Monaten. Wir besitzen zwei Geräte und mieten
zwei bei der Nachbarschaft. Zur Zeit werden noch mindestens 4.200 US$ für
weitere Investitionen benötigt.
DIE STRASSE DER KULTUR
“Die Strasse der
Kultur” ist ein einmaliges Projekt in unserem Land. Es steht noch am
Anfang, d.h. Gespräche und Vorbereitungen mit der Nachbarschaft werden
gemacht, um die Straße in einen permanenten Ausstellungs- und
Aktivitätenort zu verwandeln. Bis jetzt hat das Projekt noch keine
finanzielle Unterstützung. Wir versuchen 15.000 US$ aufzutreiben, um das
Projekt zum Laufen zu bringen. Danach werden keine Mittel mehr
erforderlich sein, da es dann nur mit der Unterstützung der Nachbarschaft
weiter funktionieren soll.
Das Projekt umfasst 50 Häuser der Straße wo COMPA ist. Die Nachbarschaft
entschied, die Fassaden ihrer Häuser zur Verfügung zu stellen, für
Wandmalereien und für die Aushängung von didaktischen Material, und auch
für die Her- und Aufstellung von Vitrinen der Größe 1 x 1,5 Meter die der
Verbreitung von Kulturinformationen, Ausstellungen, Bilder und Fotografien
dienen sollen. Junge Menschen werden die Vitrinen als Präsentationsort für
ihr Talent als Dichter, Maler, Zeichner oder Schriftsteller benutzen
können. Schulen werden ihre Arbeiten ausstellen können wie z.B. die
beliebten Wandzeitungen. Die Kulturstraße soll auch eine Fußgängerzone
werden
COMPA – KULTURHAUS IN COCHABAMBA
Teatro Trono hat
auch einen "Ableger" in SANTA CRUZ. Drei der älteren Mitglieder
unserer Gruppe sind dafür zuständig. Alles funktioniert wie in EL
ALTO. Das Ziel ist ein Netz von Kulturhäusern aufzubauen Auch wenn
wir die Ansprüche, die es in jeder Stadt gibt nicht erfüllen können,
werden wir zumindest einen kleineren Teil der Kinder erreichen.
Mit den Jahren hat
COMPA sich ins kulturelle Schaffen des Landes etablieren können. Jedoch
die direkten Nutznießer dieser Arbeit sind die Bewohner des Stadtteils um
das Kulturhaus und auch der benachbarten Vierteln. Sie besuchen die
Bibliothek, die Filmothek, die Handwerksmärkte und Ausstellungen die
regelmäßig organisiert werden. So kam es z.B. 1999 zu 533 Aktivitäten mit
112.129 Beteiligten in La Paz und EL ALTO. Ähnlich war es in den Jahren
davor und danach, mit steigender Tendenz sowohl in der Besucherzahl wie
auch in der Qualität des Angebots. |