"Das wahre Theater findet auf der Straße statt"
 

 

Manjul Bharadwaj sieht das Theater als Instrument an, mit dem man unter anderem gesellschaftlich etwas verändern kann. (WR-Bild: Thomas
Philipp)

(al) Theater aus den Kulturtempeln holen, auf die Straße zu den Menschen - das ist ein Anliegen des indischen Theatermachers Manjul Bharadwaj. Er stellt seinen Theateransatz, den er "Theatre of relevance" (was soviel wie Theater über Leben bedeutet) nennt, mit einem Seminar in Dortmund vor.

"Nicht Kunst um der Kunst willen, sondern Bedienung von menschlichen Bedürfnissen", mit einem eher sozialen Anliegen und dem Bestreben, gesellschaftlich etwas verändern, bewegen zu können, gründete Bharadwaj vor 12 Jahren "The Experimental Theatre Foundation" (ETF).

Seitdem wurden über 25 Stücke mehr als 15 000-mal in Indien und im Ausland aufgeführt, es gab mehr als 100 Workshops in allen Teilen Indiens an denen über 4000 angehende Schauspieler teilnahmen.

Neben den reinen Fakten ist es beeindruckend, was Bharadwaj mit eher bescheidenen Mitteln in die Wege leitete: "...dafür zu sorgen, dass wir Kinder und Jugendliche für das Theater gewinnen und sie es als Teil ihres Lebens begreifen lernen."

Zu den täglichen Bedürfnissen der Menschen glaubt Bharadwaj auch das Theater zählen zu können. Seine Arbeit in Deutschland begann vor zwei Jahren bei einem Treffen der evangelischen Jugend in Berlin. Dort lernte er auch Holger Runge von der Kontaktstelle Evangelische Jugend, kennen, der ihn jetzt für zehn Tage beherbergt. Runge hat zwei Work-Shops initiert, die Bharadwaj leitet.

Für einen können sich noch interessierte Jugendliche im Alter ab 16 Jahren anmelden. Das Straßentheater wird dann beim Kirchenkreistag am 3. Juli gezeigt. Der Kursus selbst beginnt am 4. Juni und geht bis zum 6. Juni. Die Aktion ist also keine Kunst um der Kunst willen.

28.05.2004