Kuba

Mehr als Rum und Revolution

Material- und Linkhinweise zu Kuba
für Unterricht und Bildungsarbeit


Texte und Zusammenstellung: Dr. Friderike Seithel
 

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Allgemeine Länderinformationen

Kuba ist mit rund 111.000 km2 die größte Insel in der Karibik. Sie gehört zu einem Archipel mit etwa 4.500 Inseln, die zusammen die Republik Kuba bilden. Die Bevölkerung umfasst gut 11 Mio. Menschen: 51% sind afro - europäischer, 37% europäischer, 11 % afrikanischer und 1% asiatischer Herkunft. Dreiviertel der Bewohner/innen leben in Städten, fast die Hälfte arbeitet im Dienstleistungsbereich.

Das Klima ist gemäßigt tropisch mit einer trockeneren (November – April) und einer regnerischen Jahreszeit (Mai – Oktober). Die über 7.000 km langen Küsten mit weißen Natursandstränden und türkisblauen Lagunen, eine abwechslungsreiche Landschaft, das sonnige Klima sowie zahlreiche Naturreservate und Nationalparks machen Kuba zu einem beliebten Reiseziel. Allerdings richten Wirbelstürme immer wieder große Schäden an, zuletzt fegte Hurrikan Dennis im Juli 2005 über die Insel. Das Land ist reich an Bodenschätzen wie Nickel, Kobalt, Eisenerz, Magnesium, Salz und Öl. Zuckerrohr- und Tabakanbau sowie Tourismus sind die Hauptwirtschaftszweige.

Kuba geriet in der ersten Hälfte des 16. Jhdt. unter spanische Herrschaft. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurden die indigenen Arawak durch Gewalt und Krankheit praktisch ausgerottet. Für den sehr arbeitsintensiven Zuckerrohranbau holten die spanischen Pflanzer sich Zehntausende Sklaven aus Afrika. Ab 1868 kämpften die Kubaner um ihre Unabhängigkeit (bekanntester Kämpfer: José Martí), bis die USA 1898 eingriffen und die Insel besetzten. Kuba wurde 1902 formal von Spanien unabhängig, blieb aber unter starkem Einfluss der USA. Unter der Diktatur von Fulgencio Batista (1952-1958) nahm der wirtschaftliche und militärische Einfluss der USA noch zu.

1959 beendete eine Revolution unter Führung von Fidel und Raúl Castro, Camilo Cienfuegos und dem Argentinier Ernesto Che Guevara die Diktatur. Seit 1961 ist Kuba eine sozialistische Republik. Der sozialistische Weg Kubas mit seiner Verstaatlichungspolitik und die massive Wirtschaftshilfe durch die UDSSR bedrohte wirtschaftliche Interessen der USA: Sie verhängten 1960 eine bis heute andauernde totale Wirtschaftsblockade gegen die Insel. Eine bedeutende Rolle spielen hierbei Exilkubaner um den Alkohol-Clan Bacardi. In mehreren Flüchtlingswellen verließen Tausende Kubaner ihre Heimat und siedelten z.T. in Florida an. Eine von den USA unterstützte Invasion von Exilkubanern in der „Schweinebucht" (1961) scheiterte am Widerstand der Kubaner. Der Konflikt zwischen den USA und der UdSSR eskalierte 1962 in der sog. Kubakrise, als die UDSSR Raketen auf Kuba stationieren wollte. Kubanische und exilkubanische Oppositionsgruppen werden weiterhin von den USA unterstützt.

Durch das Ende der UdSSR und den Wegfall des wichtigsten Handelspartners Kubas kam es in den 90er Jahren zu einer schweren ökonomischen Krise. Die Wirtschaft wurde dezentralisiert und an die Erfordernisse des Weltmarktes angepasst. Seitdem verzeichnet Kuba wieder wirtschaftliche Zuwachsraten, aber auch soziale Ungleichheiten. 2002 wurde die Unwiderruflichkeit des Sozialismus und die Führungsrolle der Kommunistischen Partei (PCC) in der Verfassung verankert. Staats-, Regierungs- und Parteichef ist seit 1959 Fidel Castro.

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Ausführliche Informationen über Geschichte, Politik, Wirtschaft und Kultur des Landes bieten folgende Internetseiten (für Lehrer/innen und Schüler/innen höherer Klassen):

http://de.wikipedia.org/wiki/Kuba
Kubaseite der großen Internetenzyklopädie

www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/index_html
offizielle Website der Bundesregierung, Informationen von Geschichte über Sicherheitshinweise bis Außenpolitik

www.botschaft-kuba.de
offizielle Webseite der kubanischen Botschaft in Deutschland

www.helles-koepfchen.de
Suchmaschine speziell für Kinder und Jugendliche; gut für Eigenrecherche

www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Kuba/Welcome.html
Hintergrundberichte zu Geschichte, Wirtschaft und Politik (z.B. Guantanoma Bay, Menschenrechte u.a.)

www.cubagob.cu/
Homepage der kubanischen Regierung (englisch / spanisch)

www.cuba-si.de/
Website der PDS – Kubagruppe

www.fg-berlin-kuba.de/
Freundschaftsgesellschaft Berlin – Kuba mit vielen politischen Hintergrundberichten und Insiderinformationen jenseits der Massenmedien

www.planet-wissen.de
Landschaften, Tourismus, Havanna, Geschichte, Musik

www.cubaweb.cu
Kubaportal mit aktuellen Nachrichten und Informationen zu Politik, Kultur und Tourismus (englisch)

www.kuba.org/
Informationen hauptsächlich über Kuba als Reiseland

www.muz-online.de/america/kuba.html
Webseite von „Menschen unserer Zeit e.V." mit Geschichte, Informationen und umfangreicher Linkliste

www.odci.gov/cia/publications/factbook/countrylisting.html
(CIA Factbook, englisch) Länderinformationen des US Geheimdienstes

www.muenster.de/~kadri/Kuba.html
umfassende private Link-Sammlung mit Schwerpunkt auf Länder- und Reiseinformationen

www.kuba-info.org/
aktuelle Nachrichten, Reiseinformationen, Musik, Nachtleben

www.fgbrdkuba.de/
Webseite der Freundschaftsgesellschaft BRD - Kuba e.V. mit Online-Ausgaben der Monatszeitschrift Cuba Kompakt

www.kuba-cuba.com
private Webseite mit vielen Links (deutsch, englisch, spanisch) zu aktuellen Nachrichten

www.amnesty.de
zur Lage der Menschenrechte
www.sowieso.de
Online-Zeitschrift für Schüler mit kurzen Texten zu Kuba

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Im Folgenden schlagen wir zur Behandlung von „Kuba" im Unterricht Themenschwerpunkte vor, verweisen auf Materialien und Bezugsquellen und führen ausgewählte Internetseiten auf:

Der Lebensstandard der Kinder und Jugendlichen
liegt in Kuba trotz des Handelsembargos der USA im Durchschnitt noch deutlich über dem fast aller südamerikanischen Länder sowie Russlands und der Volksrepublik China (lt. Human Development Index). Die Arbeitslosenquote beträgt 3-5%, die Analphabetenrate 3%, die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 76 Jahren.

Rund 21% der Bevölkerung sind unter 15 Jahren, Kinderarbeit beträgt nach offiziellen Angaben 0%. Kuba hat die niedrigste Geburtenrate (durchschnittlich 1,6 Kinder pro Frau) Südamerikas und nach Kanada die zweitniedrigste in der westlichen Hemisphäre. Auch die Kindersterblichkeit ist - nach Kanada - die zweitniedrigste in Nord- und Südamerika.

Bildung und Gesundheitsversorgung sind kostenlos. Das Bildungssystem gehört zu den besten in Südamerika. Bei einem UNESCO-Test lagen 2001 kubanische Schüler/innen weit vor ihren Gleichaltrigen in anderen südamerikanischen Ländern. Es besteht eine 9-jährige Schulpflicht. Die Schulen haben kleine Klassen und verfügen alle über Computerarbeitsplätze und Video-Geräte. Da die Lehrkräfte sehr schlecht bezahlt werden und deshalb lieber im Tourismus arbeiten, herrscht akuter Lehrermangel. Deshalb werden Jugendliche (ab 16 J.) zu sog. Notlehrern ausgebildet, schätzungsweise beläuft sich die Zahl solcher Notlehrer bereits auf rund 40.000.

Trotz dieser offensichtlichen Errungenschaften gibt es auch starke Kritik am "Kubanischen Modell". Wie im Sozialismus östlicher Prägung, müssen die Kubaner vielfach auf individuelle Freiheiten und Konsumgüter verzichten, was eine Massenflucht in die USA zur Folge hatte. Die Versorgung mit Gebrauchsgütern ist unzureichend, die Wohnungsnot groß. Viele Familien müssen sich in heruntergekommenen Mietshäusern zusammendrängen, die dringend reparaturbedürftig sind.

Das „Sympathiemagazin: Kuba verstehen" vom Studienkreis für Tourismus und Entwicklung (Bezug: www.sympathiemagazin.de/sm/sm_kuba.html; € 3,60) gibt einen guten und knappen Insider-Einblick in Geschichte, Land, Leute und Leben in Kuba jenseits von Reiseführer – Klischees.

Das Kinder- und Jugendbuch "Negrita" (Beltz & Gelberg, Weinheim 1999, € 5,90. ab 10 J.). des kubanischen Autors Jorge Onello Cardoso beschreibt das Leben von Bruno, der bei einem Großgrundbesitzer arbeitet. Eines Tages rettet er mit seinen Kindern eine kleine Hündin, die sie Negrita nennen. Bald hilft die gelehrige Hündin Bruno bei der Arbeit.... Bruno schildert in seinem Buch mehr als nur das Leben einer Hündin, wir erfahren viel über ungerechte Besitz- und Machtverhältnisse auf dem Land und das Leben auf Kuba. Das Buch wurde mit der Blauen Brillenschlange ausgezeichnet. Dazu gibt es eine Arbeitshilfe (www.beltz.de/downloads/Negrita.pdf ).

Sport spielt auch bei kubanischen Kindern und Jugendlichen eine wichtige Rolle: vor allem Baseball und Volleyball, zunehmend aber auch Fußball. Kubanische Sportler erzielen auch international beachtliche Erfolge. Unter www.kuba-fussball.de gibt es Informationen zum Fußball in Kuba. Der Film „Mika, Chula und Karma" erzählt die Geschichte von drei Kindern aus ganz verschiedenen Ländern: Grönland, Nepal und Kuba. Sie alle verbindet ihre Liebe zum Fußball spielen. Mit Eigenaussagen und stimmungsvollen Bildern kommen die drei Kinder selber zu Worte und regen zu Eigenrecherchen über die jeweiligen Länder an. Chula lebt mit ihrer Mutter in Havanna, der Hauptstadt Kubas. Ausgerechnet hier in einer Männergesellschaft träumt sie von einer Fußballkarriere (Dokumentarfilm, 26 Min., Kl. 4.-9.; Infos, Arbeitshilfe und Ausleihe unter: www.filmeeinewelt.ch/deutsch/pagesnav/KA.htm; der Film ist auch auf der DVD „Die Welt ist rund – Fußballträume / Fußballrealitäten" enthalten; Ausleihbedingungen können bei evangelischen Medienzentralen erfragt werden, siehe http://gep.de/ezef/).

Über das angespannte Verhältnis von Regierung und Opposition sowie die „präventive" Verhaftung von 400 Jugendlichen in Havanna im Mai 2005 informiert ein Artikel unter : www.igfm.de/pm/pm2005/pm0505/p050511k.htm

Zahlreiche kommentierte Hinweise auf empfehlenswerte kubanische Autoren/innen sowie Romane über und aus Kuba gibt es bei der entwicklungspolitisch orientierten österreichischen Buchhandelsgesellschaft Südwind (www.suedwind.at). Eine 83-seitige Zusammenstellung von Sachbüchern und Belletristik bietet www.cuba-si.de (=> Downloads).

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Die Geschichte des Zuckers
ist eng mit der kolonialen Geschichte, dem Sklavenhandel und dem politischen Schicksal von Kuba verbunden. Zucker ist ein typisches Kolonialprodukt - kaum ein anderer Rohstoff hat die Welt so verändert. Im 18 und 19. Jahrhundert wurde Kuba zum weltgrößten Zuckerproduzenten – und dies mittels Sklavenarbeit. Heute ist Zucker starken Preisschwankungen unterworfen, mit ihm wird kaum etwas verdient. Gute zusammenfassende Hintergrundinformationen zu Zucker und Kuba bietet Ekkehard Launer in „Zum Beispiel Zucker" (Lamuv Verlag, 2002, € 8,30).

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Der Sozialismus
prägt die kubanische Gesellschaft seit 46 Jahren. Man muss sich mit seinen Ideen und Folgen auseinandersetzen, wenn man sich dem Alltag der Menschen auf Kuba nähern und die Themen und Lebensperspektiven der Jüngeren verstehen will.

Frederik Hetmann zeichnet in „Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker. Die Lebensgeschichte des Ernesto Che Guevara" ein differenziertes und für Jugendliche gut nachvollziehbares Bild von dem Mann, der für viele zum Symbol für die Verwirklichung einer gerechten Welt und für die Revolution in Kuba geworden ist. Man erfährt viel über die Geschichte Zentral- und Südamerikas und über die Großmachtpolitik der USA (Beltz & Gelberg, 1999, ab 15 J., € 9.90; mit Anmerkungen zur Zeitgeschichte).

Von Ursula L. Voss erschien 2004 im Audio Verlag das ausgezeichnete Hörbuch: "Versuchen wir das Unmögliche – Erinnerungen an Che Guevara" (14, 95€).

Der Film „Wie Rolando unter die Kuh kam - Kubas neue Milchrevolution" erzählt die Geschichte des ehemaligen Steinbrucharbeiters Rolando, der zum Kleinbauern wird, und schildert wie Privatinitiative in der Landwirtschaft zu einer Steigerung der Milchproduktion führen kann. Zugleich gibt der Film einen Einblick in das Leben der Menschen auf dem Lande, zeichnet Probleme, Sorgen und Hoffnungen nach und gibt Eindrücke davon, wie es hinter den Kulissen des sozialistischen Kuba aussieht. (20 Min.; kostenlos ausleihbar: INTERMEDIA, Bellealliancestrasse 54, 20259 Hamburg, Fon 040-438085, intermedia@intermedia.de oder Deutsche Welthungerhilfe, www.welthungerhilfe.de/whhde/service/infomaterial/0204_vhs_rolando_kuh.html )

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Das Verhältnis zur USA
hat die Geschichte Kubas in besonderem Maße geprägt. Der Roman „Die Bacardis – der Kuba-Clan zwischen Rum und Revolution" von Ursula L. Voss beschreibt nicht nur die Geschichte der Bacardís – und damit die Geschichte eines Rums - sondern spiegelt auch die Geschichte Kubas wider: vom Kampf um die Unabhängigkeit von Spanien über den Aufstieg Fidel Castros bis in unsere Zeit. Immer mischt der Bacardi-Clan kräftig mit. Die Autorin hat auf Kuba und in den USA recherchiert sowie Familienangehörige und Zeitzeugen interviewt (Campus-Verlag, 2005, als e-book für € 19,89 runterzuladen unter:
www.bol.de/shop/bde_bue_hg_startseite/mehr-von/ebook/fqebs/bacardi_firma.html; gebunden ca. 24,- €).

Der Film „Ricardo, Miriam y Fidel" (Christian Fei, Schweiz 1997, Dokumentarfilm, Video/VHS, spanisch mit deutschen Untertitel, 56 Min.; ab 16 J.) zeigt das Leben von Miriam Martinez, die wie Tausende anderer Kubaner mit ihrer Familie in die USA auswandern will. Ein stiller Film über den Alltag in Kuba und die Situation einer Familie, die ihr Land verlassen will. Der Film vermittelt zudem detailliert, welche Rolle das Medium Radio bei einem sozialen Wandel spielen kann. (Infos, Ausleihe und Arbeitshilfe bei www.filmeeinewelt.ch/deutsch/pagesnav/KA.htm)

Der US - Marinestützpunkt Guantanamo Bay im Südosten der Insel wurde 1902 von der kubanischen Regierung für 99 Jahre an die USA verpachtet. Der Vertrag beinhaltet eine Klausel, nachdem er nur mit dem Einverständnis beider Seiten gekündigt werden kann, wodurch er praktisch unkündbar wird. Die kubanische Seite hat sich entschieden gegen das Weiterbestehen ausgesprochen und verweigert auch die Annahme der ohnehin nur symbolischen Pachtzahlungen seitens der USA, die USA besteht jedoch auf die Weiternutzung. 2002 brachten die USA nach der Intervention in Afghanistan über 1000 Gefangene aus den Reihen der Taliban und der Al-Qaida nach Guantanamo Bay, darunter auch Kinder und Jugendliche. Noch heute sind Hunderte von Menschen inhaftiert, ohne dass ihr Rechtsstatus geklärt ist oder sie Rechte als Kriegsgefangene wahrnehmen können (über Menschenrechtsverletzungen in Guantanamo Bay informiert www.amnesty.de => Stichwort „Guantanamo")

Informationen über die Anti - Bacardi - Kampagne, Hintergründe zum US -Stützpunkt Guantanamo Bay und zum Verhältnis USA – Kuba sowie Reden von Castro findet man z.B. bei www.fgbrdkuba.de und www.cuba-si.de.

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Kubas Hauptreligion
ist neben dem Katholizismus die Santería, eine Mischreligion mit Elemente der westafrikanischen Yoruba – Religion und des Katholizismus. Die tatsächlichen Anhängerzahlen beider Religionen sind schwer zu ermitteln. Schätzungen zufolge sind etwa 35 % der Kubaner katholisch getauft, anderen Angaben zufolgen gehören ca. 85% dem katholischen Glauben an, darunter auch viele Santería - Anhänger. Da die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche Voraussetzung für die Santería ist, sind genaue Abgrenzungen nicht möglich. Offiziell jedoch ist die Mehrheit der Bevölkerung konfessionslos. Erst durch eine Verfassungsänderung vom 12. Juli 1992 wurde Kuba von einem atheistischen Staat zu einem säkularen, wodurch auch Gläubigen die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei (PCC) ermöglicht werden soll. Über „Die Welt der Santería und ihre touristische Vermarktung informiert ein Artikel der Ost-West-Wochenzeitung „Freitag" (
www.freitag.de/2003/45/03450801.php).

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Musik
hat Kuba weltberühmt gemacht. Hier sind zahlreiche Musikstile und Tänze entstanden, die z. T. international Verbreitung fanden: z.B. Son, Mambo, Salsa, Danzón, Rumba, Cha Cha Cha oder Nueva Trova. Durch den Film Buena Vista Social Club von Wim Wenders wurde Ende der 90er Jahre eine wahre Kuba-Welle ausgelöst. Er machte die kubanische Musik der 1940er Jahre zum Exportschlager. Unter
www.diker.de/start/kubanische_Musik.html gibt es Hinweise auf bekannte Musiker des Buena Vista Social Club. Ein Klassiker ist auch das Lied Guantanamera von José Fernandez Diaz, in dem nach einem Gedicht des kubanischen Nationaldichters José Martí ein Mädchen aus der Provinz Guantánamo besungen wird.

Der Film „Paraiso" (2003, Deutschland, Alina Teodorescu) zeigt ein junges Kuba abseits von Touristenidylle und der nostalgischen Gemütlichkeit des Bueno Vista Social Club. Im Mittelpunkt stehen Musik und Alltag von sieben jungen Kubanern der Band Madera Limpia, Drehort ist Guantanamo (www.teo-film.com/paraiso/de )

Carola Schormann (Lugert – Verlag; Musik der Welt: Kuba; mit CD; 2002, 24, 80 €) führt an ausgewählten Beispielen Schritt für Schritt in die musikalische Vielfalt der karibischen Insel ein. Heinrich Klingmann liefert in „Afrokubanische Rhythmen als Medium transzendenter Erfahrung" (In: Musik und Unterricht 56, 3/1999) viele Übungen zu „body percussion".

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Was man tun kann,
wollen Schüler/innen häufig wissen, wenn sie sich mit der Situation der Menschen in anderen Ländern befassen. Globales Lernen sollte stets auch Wege aufzeigen, aktiv zu werden. Eine Möglichkeit ist, bestehende Solidaritätsprojekte und humanitäre Organisationen durch Spenden und Mitarbeit zu unterstützen. Hier einige Webseiten, auf denen man sich über Unterstützungsmöglichkeiten für Kuba informieren kann:

www.cuba-si.de
Projekt „Milch für Kubas Kinder" mit vielen Informationen

www.welthungerhilfe.de
unterstützt verschiedene Projekte auf Kuba, u.a. in Kooperation mit dem Hamburger FC St. Pauli
www.agua-sanktpauli.org/
Trinkwasserprojekt des St. Paulianers Benjamin Adrion
www.camaquito.ch/index.htm
unterstützt Kinder- und Schulprojekte auf Kuba (mit vielen schönen Fotos vom Profi-Fotografen)

www.hch-ev.de/
die humanitäre Kubahilfe e.V. unterstützt vor allem Projekte im Gesundheitsbereich

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Spenden ist nicht alles,
denn Menschen, denen es an sauberem Wasser, ausreichendem Essen oder anderen lebenswichtigen Dingen mangelt, brauchen keine Almosen, sondern praktische Unterstützung bei der „Hilfe zu Selbsthilfe". Denn abgesehen von Naturkatastrophen wie Seebeben, Wirbelstürme oder Dürre sind vor allem (inter-)nationale politische Machtbestrebungen, wirtschaftliche Interessen und Abhängigkeiten sowie Verteilungskämpfe um Ressourcen verantwortlich für Armut, Hunger oder Unterversorgung. Zusätzlich zur konkreten Projektunterstützung muss deshalb ein umfassenderes Verständnis weltpolitischer Zusammenhänge und globaler Prozesse entwickelt werden. Dieses politische Bewusstsein gilt es, auch bei Schüler/innen anzuregen und ihnen Umsetzungsmöglichkeiten im Alltag und innerhalb der eigenen Gesellschaft zu zeigen, z.B. in Form von politischem oder sozialem Engagement, als Konsument oder durch Einwirkung auf Entscheidungsträger/innen.

Zum Umgang mit humanitären Katastrophen und „Dritte Welt" empfehlen wir:
Welthaus Bielefeld u.a.: „Aus Katastrophen lernen? Globales Lernen nach der Seebebenkatastrophe." 2005. Unterrichtsmaterialien für Sek. I/II. Das Heft befasst sich mit unserer Wahrnehmung der "Dritten Welt" als Katastrophenort, analysiert die Bedeutung der Armut und fragt nach den Chancen eines neuen Bewusstsein für die "Eine Welt"; mit Sachanalysen, didaktischen Vorschlägen und 12 Schülerarbeitsblättern; Preis: 4.- € plus Versand (Bezug: Welthaus Bielefeld, August-Bebel-Str. 62, 33602 Bielefeld; Fax: 0521/63789, Fon: 0521/986480, Email:
info@welthaus.de).

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Ideenpool

Anregungen für thematische Einstiege, Aktionen und Projekte im Unterricht

    • Informationen, Vorwissen, Assoziationen zum Land abfragen, z.B. durch Brainstorming, MindMap, Kartenabfrage: welches Kuba-Bild haben wir?
    • Fotos, Filme, Bücher (mit und ohne Vorinformationen) als Gesprächsanlässe auswählen und über mögliche „Irritationen" sprechen
    • Anhand eines „Zuckerprojektes" Kolonial- und Handelsgeschichte aufarbeiten (Sklavenhandel, Rolle der USA, Welthandel, Fairer Handel...)
    • Besuch im Völkerkundemuseum oder bei einem Kulturverein
    • die Biografie von Che Guevara und seine Ideen einer gerechten Welt diskutieren
    • mit der kubanischen Musik befassen, Afrokubanische Rhythmen lernen; Musik/Tanz-Workshop
    • Einladung von Mitgliedern eines Kuba - Vereins, gemeinsames Essen, Lesung oder/und Diskussion
    • Schüler/innen recherchieren und erstellen Wandzeitungen, Fotocollagen, Ausstellungen o.ä. zum Land oder ausgewählten Themen; Vergleiche mit Alltag der Jugendlichen in Deutschland anstellen; für Ländervergleiche finden sich viele statistische Zahlen unter: http://www.welt-in-zahlen.de/
    • Projekte von Hilfsorganisationen untersuchen, präsentieren, vergleichen und ggfs. Unterstützungsaktionen organisieren oder mitarbeiten
    • Schulpartnerschaften suchen und aufbauen

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Weiterführende Links zum Globalem Lernen:

www.globlern21.de
Internetportal zum Globalen Lernen mit vielfältigen Verweisen

www.eine-welt-netz.de
Eine Welt im Internet – Einstiegsseite zum Globalen Lernen

www.globales-lernen.de:
Webseite vom Hamburger Landesinstitut für Lehrerbildung

www.eine-welt-unterrichtsmaterialien.de
Datenbank mit Unterrichtsmaterialien

www.weltinderschule.uni-bremen.de
Unterrichtsmaterialien, kostenlose Ausleihmöglichkeiten und regelmäßige Zeitung vom Projekt „Eine Welt in der Schule"

www.learn-line.nrw.de
vom NRW - Landesinstitut für Schule mit Recherchemöglichkeit

www.baobab.at
österreich. Website mit Literatur, didaktischen Tipps, Praxisbeispielen

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Stand: September 2005