Die Einhaltung und gesellschaftliche
Berücksichtigung von Kinderrechten ist nach wie vor eine große
Herausforderung. Im UNICEF Weltkinderbericht 2006 wird konstatiert,
dass mehr als 100 Millionen Kinder von den herkömmlichen Maßnahmen der
Armutsbekämpfung nicht erreicht werden. Vor allem Straßenkinder,
arbeitende Kinder, Flüchtlinge, Kinder ethnischer Minderheiten und
Waisenkinder werden von Regierungen, Behörden und Öffentlichkeit
ignoriert und ausgegrenzt. Sie gehen häufig nicht zur Schule, haben
keinen Zugang zu medizinischer Hilfe und kommen in keiner Statistik
vor. Die Kluft zwischen arm und reich wird immer größer und das Leben
am Rand der Gesellschaft setzt Kinder weiteren Gefahren durch AIDS,
sexuelle Ausbeutung und Kinderhandel aus. Der Weltkindertag bietet ein
geeignetes Forum, um auf die Lebenssituation von Kindern aufmerksam zu
machen und sich für die Idee einer kindergerechten Welt einzusetzen.
Die jungen Akteure der KinderKulturKarawane zeigen am Weltkindertag und
in Workshops an Schulen, wie sie über künstlerische und kreative Arbeit
Selbstbewusstsein und neue Perspektiven für ihr Leben entwickeln. Für
die beteiligten Kinder und Jugendlichen, die oft am Rande der
Gesellschaft oder am Rande der Existenz leben, bedeuten solche Projekte
eine große Chance. Hier finden sie Zuflucht, können soziale Kontakte
aufbauen, erhalten eine Grundversorgung und Schulausbildung. Dieser
ganzheitliche Ansatz in der Förderung hat mittlerweile Schule gemacht,
und auch Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit entdecken
zunehmend die gewaltigen Potentiale, die in diesen Selbsthilfeprojekten
stecken. Über das Projekt der KinderKulturKarawane haben die Kinder und
Jugendlichen oft zum ersten Mal im Leben die Möglichkeit, aus ihrem
Umfeld heraus zu kommen und nach Europa zu reisen.
So unterschiedlich die kulturellen Hintergründe der beteiligten Gruppen
auch sind, alle haben eines gemeinsam: sie nehmen ihre Zukunft selbst
in die Hand. Musik, Theater, Tanz und Zirkus geben ihnen die
Möglichkeit, von ihrem Leben als Straßenkinder, Kindersoldaten, AIDS-
und Kriegswaisen, Flüchtlinge und Kinderprostituierte zu berichten –
aber auch von ihren Visionen und Utopien. Für sie ist es auch ein Weg,
die kulturelle Vielfalt und Kreativität ihrer Heimatländer zu zeigen
und damit ein Bild jenseits von Hunger, Not und Krieg zu zeichnen. Mit
ihren Präsentationen und Workshops werden sie zu Kinderbotschaftern
ihrer Heimat und tragen mit den Einnahmen aus der Tournee zur
Absicherung und Weiterentwicklung des eigenen Projektes bei.
Gala der Kinderrechte auf dem Weltkindertag in Osnabrück am 23. September 2007
Auf dem Weltkindertag präsentieren die Kinder und Jugendlichen der
KinderKulturKarawane auf der Bühne und auf der Straße eine „Gala für
Kinderrechte“. Sie stellen ihre Hilfsprojekte vor und zeigen einer
breiten Öffentlichkeit die hohe Qualität ihrer künstlerischen Arbeit.
Folgende Gruppen sind eingeladen:





