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Weltkindertag 2007

Sonntag, 23.09.2007, 14 bis 18 Uhr, Theatervorplatz

Unter dem Motto „Kinderrechte weltweit“ plant der Verein FOKUS Workshops und Aktionen zum Weltkindertag 2007. Es ist anvisiert, 3 internationale Gruppen der KinderKulturKarawane nach Osnabrück einzuladen, um ihnen sowohl auf dem Weltkindertag als auch in Schulen ein Forum zu bieten, ihre engagierten Selbsthilfeprojekte vorzustellen.

Die Einhaltung und gesellschaftliche Berücksichtigung von Kinderrechten ist nach wie vor eine große Herausforderung. Im UNICEF Weltkinderbericht 2006 wird konstatiert, dass mehr als 100 Millionen Kinder von den herkömmlichen Maßnahmen der Armutsbekämpfung nicht erreicht werden. Vor allem Straßenkinder, arbeitende Kinder, Flüchtlinge, Kinder ethnischer Minderheiten und Waisenkinder werden von Regierungen, Behörden und Öffentlichkeit ignoriert und ausgegrenzt. Sie gehen häufig nicht zur Schule, haben keinen Zugang zu medizinischer Hilfe und kommen in keiner Statistik vor. Die Kluft zwischen arm und reich wird immer größer und das Leben am Rand der Gesellschaft setzt Kinder weiteren Gefahren durch AIDS, sexuelle Ausbeutung und Kinderhandel aus. Der Weltkindertag bietet ein geeignetes Forum, um auf die Lebenssituation von Kindern aufmerksam zu machen und sich für die Idee einer kindergerechten Welt einzusetzen.

Die jungen Akteure der KinderKulturKarawane zeigen am Weltkindertag und in Workshops an Schulen, wie sie über künstlerische und kreative Arbeit Selbstbewusstsein und neue Perspektiven für ihr Leben entwickeln. Für die beteiligten Kinder und Jugendlichen, die oft am Rande der Gesellschaft oder am Rande der Existenz leben, bedeuten solche Projekte eine große Chance. Hier finden sie Zuflucht, können soziale Kontakte aufbauen, erhalten eine Grundversorgung und Schulausbildung. Dieser ganzheitliche Ansatz in der Förderung hat mittlerweile Schule gemacht, und auch Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit entdecken zunehmend die gewaltigen Potentiale, die in diesen Selbsthilfeprojekten stecken. Über das Projekt der KinderKulturKarawane haben die Kinder und Jugendlichen oft zum ersten Mal im Leben die Möglichkeit, aus ihrem Umfeld heraus zu kommen und nach Europa zu reisen.

So unterschiedlich die kulturellen Hintergründe der beteiligten Gruppen auch sind, alle haben eines gemeinsam: sie nehmen ihre Zukunft selbst in die Hand. Musik, Theater, Tanz und Zirkus geben ihnen die Möglichkeit, von ihrem Leben als Straßenkinder, Kindersoldaten, AIDS- und Kriegswaisen, Flüchtlinge und Kinderprostituierte zu berichten – aber auch von ihren Visionen und Utopien. Für sie ist es auch ein Weg, die kulturelle Vielfalt und Kreativität ihrer Heimatländer zu zeigen und damit ein Bild jenseits von Hunger, Not und Krieg zu zeichnen. Mit ihren Präsentationen und Workshops werden sie zu Kinderbotschaftern ihrer Heimat und tragen mit den Einnahmen aus der Tournee zur Absicherung und Weiterentwicklung des eigenen Projektes bei.

Gala der Kinderrechte auf dem Weltkindertag in Osnabrück am 23. September 2007


Auf dem Weltkindertag präsentieren die Kinder und Jugendlichen der KinderKulturKarawane auf der Bühne und auf der Straße eine „Gala für Kinderrechte“. Sie stellen ihre Hilfsprojekte vor und zeigen einer breiten Öffentlichkeit die hohe Qualität ihrer künstlerischen Arbeit. Folgende Gruppen sind eingeladen:

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- Troupe Hakili So (Bobo-Dioulasso, Burkina Faso) Die derzeit 17 jugendlichen Schauspieler/-innen werden von erwachsenen Schauspielern in Tanz und Theaterspiel ausgebildet. In Szenen und Stücken, die sie selbst entwickeln, verarbeiten sie Themen, die ihnen auf den Nägeln brennen, wie zum Beispiel das Leben als Aids-Waise oder Benachteiligung von Mädchen. Die Mitarbeit in dem Projekt qualifiziert die Jugendlichen in musisch-kulturellen Ausdrucksformen und verschafft neue Zugänge zu schulischer Ausbildung.

 

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- Companhia Aplauso (Rio de Janeiro, Brasilien) Seit einigen Jahren entwickelt sich das Hafengelände für viele Jugendliche der angrenzenden Favelas zum kulturellen Zentrum. Anstoß gegeben hatte die Kulturzeitschrift „Revista Aplauso". Mehrere Monate lang trainierten Schauspieler, Regisseure, Musiker, Kostümbildner, Bühnenbauer, Artisten und Tänzer mit 500 Jugendlichen. 50 Teilnehmende schlossen sich zur Companhia Aplauso zusammen.
Auf der Bühne erzählt die Gruppe Geschichten aus der Sicht der Indios, den ältesten und treusten Bewohnern des Regenwaldes. Ziel der Arbeit ist es, den Jugendlichen Selbstvertrauen zu vermitteln und ihnen Wege für die Zukunft und Perspektiven im künstlerischen Bereich aufzuzeigen.
 

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- Taller de Vida (Bogotá, Kolumbien) Bei dieser Gruppe handelt es sich um Mädchen und Jungen, die vertriebenen wurden und seit 1996 unter bewaffneten Konflikten leben. Sie sehen sich als „Friedenskonstrukteure“, die sich für einen Wandel der aktuellen Lage ihres Landes einsetzen. Über das Medium des sozial engagierten Theaters können sie ihre Gefühle deutlich machen und somit ihrem Wunsch nach Leben und Hoffnung für eine gewaltfreie Zukunft ihres Landes Ausdruck verleihen. Ihr größter Traum ist, einen Beitrag für eine Gesellschaft zu leisten, in der Friede, soziale Gerechtigkeit und Gleichheit herrschen.

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zurück | zum Seitenanfang | Drucken | zuletzt aktualisiert am: 19/09/2007
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