Teatro Trono
DAS KULTURHAUS COMPA

COMPA - "Comunidad de productores de artes" hat seine Wurzeln im TEATRO TRONO. Durch die kulturellen Arbeit von Teatro Trono in El Alto, traten auch verschiedene andere "kulturproduzierende Gruppen" in El Alto an die Öffentlichkeit. Als "Dach" dieser Gruppen wurde  COMPA Ende der 90er gegründet.  Seitdem wuchs COMPA sehr schnell. Das ist auf nationaler Ebene im kulturellen Bereich ungewöhnlich. und bringt viele Schwierigkeiten mit sich, wie z.B. institutionelle Unerfahrenheit. Mehr Leute werden benötigt um diesen Ansturm an neuen Aufgaben bewältigen zu können. Es gibt zu wenige, die verantwortungsvolle Positionen besetzen wollen. Die Energie wird lieber in die vielfältigen Projekte direkt investiert.  COMPA nutzt diesen Prozess mit viel Kreativität und mit der Einbindung vieler junger Leute um die Schwierigkeiten zu beseitigen. Nebenbei sind das auch Erfahrungen die ermöglichen, kollektiv und personell zu reifen. Ende Juli ist in El Alto ein wunderschönes, informatives Buch über COMPA erschienen. Es beschreibt liebe voll die Geschichte von Teatro Trono und COMPA, erläutert die künstlerischen Ansätze und Arbeitsweisen, spricht über noch mehr Vision und lässt vor allem viele Jugendliche zu Wort kommen.

COMPA betreibt inzwischen in El ALTO ein Kulturhaus das regelmäßige kulturelle Veranstaltungen anbietet, sowie ein reisendes Kulturhaus in Form eines “LKW-Theater” und noch viele andere ergänzende Aktivitäten. Man das Kulturhaus als permanentes Lehr- und Kreativzentrum definieren, ein Mittelpunkt für Phantasie und Experimentierfreude für Kinder und Jugendliche. Es ist das erste unabhängige Kulturhaus der Stadt.

DAS KULTURHAUS
Das Projekt erstreckt sich über 240 qm und 6 Etagen, insgesamt 1440 qm ( inkl. Wohnfläche für 30 Personen). Das Haus ist hat einen Theatersaal für 250 Besuchern, eine Bibliothek, eine Kinothek, die Turnhalle, Fortbildungsräume, einen Theater-LKW für die Wanderaktivitäten, außerdem kommen noch Büros, zwei Ausstellungsräume, Räume für Kostümbildner und Schneiderei, mehrere Lager und ein Observatorium im 6. Stockwerk des Hauses dazu.

Bis jetzt hat COMPA rund 80.000 US$ in das Kulturhaus investiert, wovon der Kauf des Hauses 21.500 $ verschlungen hat. 50.000 $ hat TEATRO TRONO, dank vier Europa- und zwei USA Reisen beitragen können. Es werden heute noch 15.000 US$ für die Fertigstellung benötigt.

Mit den Jahren hat COMPA sich ins kulturelle Schaffen des Landes etablieren können. Jedoch die direkten Nutznießer dieser Arbeit sind die Bewohner des Stadtteils um das Kulturhaus und auch der benachbarten Vierteln. Sie besuchen die Bibliothek, die Filmothek, die Handwerksmärkte und Ausstellungen die regelmäßig organisiert werden. So kam es z.B. 1999 zu 533 Aktivitäten mit 112.129 Beteiligten in La Paz und El  Alto. Ähnlich war es in den Jahren davor und danach, mit steigender Tendenz sowohl in der Besucherzahl wie auch in der Qualität des Angebots.

DAS MUSEUM DER MINAS
Im Keller ist eine Gedenkstätte/Museum für die Bergarbeiter-Bewegung Boliviens mit mehreren Bergwerkstollen eingerichtet. Dieses Museum wird vielfältig genutzt. Vor allem Schulklassen werden dort von den Mitarbeiterinen in einer Art Rollenspiel mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Mineros vertraut gemacht.

DIE KINOTHEK
Gemeinsam mit der Bolivianischen Filmbibliothek wird mit Video gearbeitet, um die vielen kreativen Ausdrucksmöglichkeiten der “Bilder in Bewegung” zu untersuchen. Es werden viele Themen angesprochen wie Autorität, Selbstbewusstsein, Identität, Kultur, um die Kinder und Jugendlichen beim Entwurf eigener Vorschläge zu unterstützen.

Die Kinothek entstand vor neun Jahre.  Wir benutzen ein Videogerät und ein 45 Zoll Fernseher und besuchen damit die Schulen. Als kritische Betrachter des bewegtem Bildes versuchen wir die einseitige Weltanschauung der Menschen zu brechen. Wir versuchen eine kritische Annäherung zum allmächtigen Fernsehen zu ermöglichen, anhand von Filmen und Videos für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Frauen und Männer.

DIE BIBLIOTHEK
Seit 9 Jahren gibt es auch die Bibliothek mit dem Schwerpunkt auf Darstellende Künste und allgemeine Bücher für Schüler. Die etwa 4.000 Titel decken die Bedürfnisse der Schüler der Gegend einigermaßen ab. Sie wird von durchschnittlich 120 Lesern pro Woche genutzt.
 
DIE WANDERBIBLIOTHEK
Die Bibliothek hat sich vor zwei Jahren aufgeteilt. Sie beschäftigt sich mit Aktivitäten in Stadtvierteln und Schulen. Ab und zu wird sie mit anderen wirkungsvollen Aktivitäten ergänzend, wie die Spielothek, Plastilin-Ecke, Theater-Ecke, Mal-Ecke etc. Die Wanderbibliothek lässt COMPA näher an die Schüler herankommen. So ist die Aussicht auf Nachwuchs für das Kulturhaus größer: Das ist nichts anderes als das Wachstum einer Jugendbewegung, die auf Kreativität setzt.

CAFETERIA
Als Treffpunkt für die vielen KursteilnehmerInnen im COMPA-Haus, für die ZuschauerInnen bei Theateraufführung, für die MitarbeiterInnen, für die DarstellerInnen und als ein kleines Jugendzentrum wurde im COMPA-Haus eine kleine Caféteria eingerichtet. Hier trifft man sich und verteilt sich dann auf einen der vielen Räume im Haus.

COMPANET
Es ist notwendig, Kindern und Jugendlichen, den Zugang zu den neuen Technologien zu ermöglichen, besonders denen aus den benachteiligten Teilen unserer Gesellschaft. Das Internet ermöglicht den direkten Austausch zwischen den Kulturen. Z.B. entstand ein Austausch über ökologische Themen zwischen zwei Schulen von EL ALTO und zwei aus Amsterdam. Wir schaffen damit den direkten Kontakt Kindern und Jugendlichen.
COMPANET funktioniert seit 5 Monaten. Wir besitzen zwei Geräte und mieten zwei bei der Nachbarschaft. Durch einen großzügigen Zuschuss des GEW Bundesvorstandes konnte inzwischen (nach eineinhalb Jahren Wartezeit!) ein DSL-Anschluss installiert werden.

SPIELOTHEK/WERKSTATT
Traditionelle und didaktische Spiele sind Bestandteile der beiden Bibliotheken . Aber nicht nur das Spielen selbst steht im Vordergrund, sondern auch der Bauen von eigenen Spielen. Wir planen z.B. ein Schachbrett  4m x 4 m groß und auch noch andere Spiele in dieser Größenordnung mit denen man spielend die unterschiedlichsten Themen erlernen kann. Neben dem Bau von Spielen stehen aber auch andere Basteleien und handwerkliche Tätigkeiten auf dem Programm.

DIE STRASSE DER KULTUR
“Die Strasse der Kultur” ist ein einmaliges Projekt in unserem Land. Es steht noch am Anfang, d.h. Gespräche und Vorbereitungen mit der Nachbarschaft werden gemacht, um die Straße in einen permanenten Ausstellungs- und Aktivitätenort zu verwandeln. Bis jetzt hat das Projekt noch keine finanzielle Unterstützung. Wir versuchen 15.000 US$ aufzutreiben, um das Projekt zum Laufen zu bringen. Danach werden keine Mittel mehr erforderlich sein, da es dann nur mit der Unterstützung der Nachbarschaft weiter funktionieren soll.
Das Projekt umfasst 50 Häuser der Straße auf der auch COMPA angesiedelt ist. Die Nachbarschaft entschied, die Fassaden ihrer Häuser zur Verfügung zu stellen für Wandmalereien und für die Aushängung von didaktischen Material, und auch für die Her- und Aufstellung von Vitrinen der Größe 1 x 1,5 Meter, die der Verbreitung von Kulturinformationen, Ausstellungen, Bilder und Fotografien dienen sollen. Junge Menschen werden die Vitrinen als Präsentationsort für ihr Talent als Dichter, Maler, Zeichner oder Schriftsteller benutzen können. Schulen werden ihre Arbeiten ausstellen können wie z.B. die beliebten Wandzeitungen. Die Kulturstraße soll auch eine Art Fußgängerzone werden

COMPA–KULTURHÄUSER IN COCHABAMBA UND SANTA CRUZ
Teatro Trono hat auch einen "Ableger" in SANTA CRUZ und Cochabamba. Drei der älteren Mitglieder unserer Gruppe sind dafür zuständig. Alles funktioniert wie in EL ALTO. Das Ziel ist ein Netz von Kulturhäusern aufzubauen Auch wenn wir die Ansprüche, die es in jeder Stadt gibt, nicht erfüllen können, werden wir zumindest einen kleineren Teil der Kinder erreichen.

DAS TEATRO-CAMION
Um die künstlerische Arbeit von COMPA und den darin arbeitenden Gruppen auch in andere Region des Landes zu transportieren, wurde schon vor der Einrichtung der neuen Kulturhäuser in Santa Cruz und Cochabamba das "Teatro-Camion" auf Reisen geschickt. Überall im Lande, auf Straßen, Plätzen und Wiesen kann nun z.B. Teatro Trono sein Programm spielen. Natürlich ist birgt dieser Weg zum Publikum auch die große Chance in sich, die Sorgen, Fragen und Hoffnungen der Bevölkerung im ganzen Land aufzunehmen und in zukünftigen Theaterproduktionen zu reflektieren.

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Schirmherr: Ron Williams
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