Bolivien
Mine statt Schule


Material- und Linkhinweise zu Bolivien
für Unterricht und Bildungsarbeit


Texte und Zusammenstellung: Lena Shoemaker
 


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  Das Land
Der Titicacasee
Das Klima
Departementos, Provinzen und Städte
Die Bevölkerung
Die Geschichte
Die Wirtschaft
Die Kultur
Kinder- und Jugendalltag in Bolivien
Kinderarbeit in Bolivien
Kinderprostitution
Projekte in Bolivien
Was man tun kann
Spenden ist nicht alles
Ideenpool: Thematische Einstiege, Aktionen und Projektvorschläge
Weiterführende Links zum Globalen Lernen


Das Land

Bolivien liegt im auf dem südamerikanischen Kontinent, im Westen an Peru und Chile, im Süden an Paraguay und Argentinien und im Osten an Brasilien grenzend. Mit einer Fläche von 1.098.581 km², davon 14.190 km² Wasser ist Bolivien etwa zweimal so groß wie Spanien.
Bolivien wird von zwei großen und weit auseinander liegenden Ketten der Anden durchzogen, deren Höhe bis über 6.500 m reicht (Sajama 6.542 m, Illimani 6.439 m). Dazwischen liegt das zentrale Hochland, das 3.000 bis 4.000 m hohe Altiplano. Dieses bis weit in das Nachbarland Peru reichende Gebiet ist das eigentliche Kernland, in dem rund 80 Prozent aller Bolivianer leben, obwohl es nur etwa ein Drittel der Fläche Boliviens ausmacht. Zwischen dem Ostabhang der Anden und dem Ostbolivianischen Bergland erstrecken sich die Yungas in einer Höhe zwischen 1.200 und 1.800 m ü. NN.
Der flächenmäßig größte Teil Boliviens sind die Llanos, die sich vom Ostbolivianischen Bergland bis an die Grenzen nach Brasilien und Paraguay erstrecken. Dieses nur äußerst dünn besiedelte tropisch-heiße Tiefland untergliedert sich in die trockenen Savannen des Gran Chaco und die tropischen Regenwaldgebiete Amazoniens.
Inmitten des Altiplano liegt der Titicacasee, einer der höchstgelegenen Seen der Erde, durch dessen Mitte die Grenze zum Nachbarland Peru verläuft. Der Titicacasee ist der höchstgelegene kommerziell schiffbare See der Erde.

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Der Tititcacasee

Der Titicaca-See hat eine Fläche von 9.064 km² und eine durchschnittliche Tiefe von 270m. Vom See geht ein moderates Klima aus, das den Anbau von Weizen und Mais in geschützten Flächen ermöglicht. Das Wasser des Titicacasees fließt langsam in südlicher Richtung durch den Río Desaguadero in den Poopósee. Im Gegensatz zum Süßwassersee Titicacasee, ist der Poopósee salzig und flach. Die Tiefe überschreitet selten vier Meter. Wegen der vollkommenen Abhängigkeit von saisonalem Niederschlag und dem Wasserstand des Titicacasees variiert die Größe des Poopósees. Durch geringe Niederschläge oder die Verschlammung des Desaguaredoflusses war der Poopósee schon einige Male im 20. Jahrhundert fast komplett ausgetrocknet. In Jahren mit starkem Niederschlag hingegen überflutete der Poopósee das westlich liegende Coipasa-Salzbecken.

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Das Klima

Obwohl Bolivien komplett in der tropischen Breite liegt, variieren die klimatischen Bedingungen sehr; vom Tropenklima in der Tiefebene bis zum Polarklima in den höchsten Gegenden der Anden. Die Temperaturen hängen weitestgehend von der Höhe ab und verändern sich saisonal nur wenig. In den meisten Teilen des Landes ist der Niederschlag während des Sommers der südlichen Hemisphäre am stärksten. Obwohl Bolivien komplett in der tropischen Breite liegt, variieren die klimatischen Bedingungen sehr; vom Tropenklima in der Tiefebene bis zum Polarklima in den höchsten Gegenden der Anden. Die Temperaturen hängen weitestgehend von der Höhe ab und verändern sich saisonal nur wenig.
Mit steigender Höhe sinken die Temperaturen. In Höhen oberhalb von 2.000 m ist Schneefall möglich und oberhalb von 4.600 m liegt permanent Schnee. In Gebieten oberhalb von 5.500 m herrscht ein Polarklima mit teilweiser Vergletscherung. Das Cordillera Occidental ist eine hochgelegene Wüste mit kalten, windgeformten Gipfeln.
In den meisten Teilen des Landes ist der Niederschlag während des Sommers der südlichen Hemisphäre am stärksten. Der Nordost-Passat, der von Oktober bis April über das Amazonasbecken weht, bringt hohe Niederschlagsmengen mit sich. Von Mai bis September, dominiert der Südwest-Passat und sorgt für nur minimale Niederschlagsmengen.

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Departementos, Provinzen und Städte

Bolivien ist in neun sogenannte Departamentos (La Paz, Oruro, Potosi, Chuquisaca, Santa Cruz, Cochabamba, Tarija, Beni und Pando) aufgeteilt, welche sich ihrerseits in insgesamt 112 Provinzen (Provincias) gliedern. Die Provinzen sind wiederum in 324 municipios untergliedert.
Die Hauptstadt Boliviens ist Sucre, die wichtigste Stadt des Landes und gleichzeitig auch Regierungssitz ist La Paz. Die größten Städte Boliviens, geordnet nach der Zahl ihrer Einwohner im Jahr 2005, sind Santa Cruz de la Sierra (1.113.582 Einwohner), La Paz (789.585), El Alto (647.350), Cochabamba (516.683), Oruro (201.230), Sucre (193.876), Tarija (135.783) und Potosí (132.966).

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Die Bevölkerung

Boliviens Bevölkerung setzt sich aus den unterschiedlichsten Gruppen zusammen.
Etwa zwei Drittel sind Indígenas, meist Quechua (25,2%) und Aymara (30,7%); einen großen Anteil der Bevölkerung bilden Mestizen. Die übrigen Bewohner des Landes sind Weiße, meist Nachkommen der altspanischen Kolonisten. Die Bevölkerung Boliviens gehört zu 92 % der Römisch-Katholischen Kirche an, der Rest besteht aus Anhängern des Protestantismus und anderer Glaubensrichtungen (3 % Baha'i und Muslime).
Zu Zeiten der spanischen Eroberung waren allein im Departament Santa Cruz 80 Volksgruppen zu finden, existieren heute im ganzen Land nur etwa 40 ethnische Gruppen, die 35 Sprachfamilien angehören. Die größten ethnischen Gruppen finden sich auf der Hochebene, wo die Quechua und Aymara mit 2,5 bzw. 2 Mio. einen sehr großen Teil der Bevölkerung ausmachen.
Im Gegensatz zu den kleinen und kleinsten Volksstämmen, von denen drei in absehbarer Zeit vermutlich aussterben werden, konnten die großen und mittelgroßen Bevölkerungsgruppen wie Chiquitanos (180.000), Guaraní (130.000), Moxeños (80.000) und Afro-Bolivianer (20.000) sogar Bevölkerungszuwächse verzeichnen. Ein zumindest symbolischer Meilenstein für die Bemühungen um den Erhalt der indigenen Kulturen war die Verfassungsänderung von 1995, mit der Bolivien nun auch offiziell als multikulturelle, pluriethnische Gesellschaft anerkannt wurde.

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Die Geschichte

Bolivien wurde von verschiedenen Kulturen besiedelt, die wichtigste war die Zivilisation von Tiahuanaco. Es wurde im 15. Jahrhundert Teil des Inka-Reiches. Als die Spanier im 16. Jahrhundert das Land eroberten, wurde Bolivien, reich an Silbervorkommen, Teil des Vizekönigreiches Peru und später Teil des Vizekönigreiches Río de la Plata.
Der Kampf um die Unabhängigkeit begann 1809, aber Bolivien blieb spanische Kolonie, bis es 1825 von Simón Bolívar befreit wurde, nach dem es später benannt wurde. Nach einer kurzen Union mit Peru wurde Bolivien völlig unabhängig. Bolivien gehört zu der 1969 gegründeten Andengemeinschaft, die seit 1995 eine Freihandelszone zwischen den Mitgliedsstaaten aufgebaut hat.
Mit ethnischen und kulturellen Kämpfen konfrontiert, gab es in Bolivien Revolutionen und militärische Coups. Eine Militärjunta wurde in den frühen 1980ern gestürzt, um eine Demokratie zu installieren.
Im Oktober 2003 kam es zu breiten Unruhen mit dem Charakter eines Volksaufstands, als Gewerkschaften gegen den Ausverkauf des wichtigen Bodenschatzes Erdgas an US-amerikanische Konzerne protestierten und Streiks organisierten. Im Januar 2005 versuchte ein Bündnis politischer Gruppen in der rohstoffreichen Region Santa Cruz die Autonomie zu erlangen. Vorausgegangen waren Massenproteste wegen hoher Benzinpreise, bei denen die Verstaatlichung der Gasindustrie gefordert wurde.
Im Juni 2005 führten soziale Unruhen zum Rücktritt von Präsident Carlos Mesa. Wochenlange Streiks und Straßenblockaden zwangen ihn zu diesem Schritt, angesichts der Tatsache, dass die Versorgungslage in der Hauptstadt prekär wurde. Am
1. Mai 2006 verstaatlichte der am 18. Dezember 2005 neugewählte Präsident und gleichzeitiger Führer der cocaleros Evo Morales die Erdgasindustrie des Landes. Morales erfüllte mit diesem international heftig umstrittenen Schritt seine Wahlversprechen gegenüber der indigenen Bevölkerung.

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Die Wirtschaft

Trotz seines Reichtums an Bodenschätzen (früher vor allem Silber, dann Zinn, heute Erdgas) zählt Bolivien zu den ärmsten und exportschwächsten Ländern Lateinamerikas.
Sein Bruttoinlandsprodukt ist mit etwa 2.400 US-Dollar pro Kopf/Jahr (2002, nach Kaufkraftparität berechnet) unterdurchschnittlich. Ein Großteil der Bevölkerung ist nach wie vor in der Landwirtschaft beschäftigt. Nur im tropischen Tiefland im Osten wird die Landwirtschaft dabei einigermaßen modern betrieben, im Altiplano dagegen wird traditionell auf Subsistenz-Basis angebaut.
Die wenig entwickelte Industrie beschränkt sich auf Bergbau, Lebensmittel und Textilien sowie Metallverarbeitung.
Der kontrovers diskutierte Coca-Anbau bleibt nach wie vor einer der Hauptwirtschaftszweige des Landes, vor allem in den Regionen Yungas und Chapare. Von Seiten der USA wird er zu unterbinden versucht, doch ist dabei zu bedenken, dass Coca nicht nur ein Rohstoff für Kokain ist, sondern von der Bevölkerung der gesamten Andenregion als Genussmittel genutzt wird, ob als Tee (mate de coca) oder zum Kauen. Um den Cocaanbau ist ein heftiger Streit zwischen der Regierung und den Cocabauern entbrannt, der mit zu der politischen Situation 2002-2003 führte.
Neben dem andauernden Streit um den Coca-Anbaus brachte die Verstaatlichung des Erdgassektors neue Unruhen und mit sich.
Bolivien verfügt über Südamerikas zweitgrößte Erdgasreserven, wovon 90% überwiegend in den Export nach Brasilien und Argentinien gehen. Der amtierend Präsident Evo Morales kündigte eine Verstaatlichung der seit 1994 privatisierten Industrie, welche durch den Erlass des Decreto Supremo (D.S.) Nr.28701 am
1. Mai 2006 offiziell wurde. Danach übernimmt die staatliche YPFB 50% der Aktienanteile von privaten Unternehmen, die im Zuge der damaligen Privatisierungen an einen Pensionsfonds gegangen waren. Das D.S. verpflichtet darüber hinaus die betroffenen Firmen, so viele Aktien an YPFB zu verkaufen, dass diese die Aktienmehrheit erhält.
Für die übrigen im Land tätigen ergasfördernden- und verarbeitenden Unternehmen enthält das D.S. die Verpflichtung, innerhalb von 180 Tagen neue Verträge mit YPFB auszuhandeln, die dieser die Kontrolle über Förderung und Produktion erlauben. In der Zwischenzeit erhöht sich der Steuersatz auf die in den großen Gasfeldern tätigen Unternehmen auf über 80%. Mit diesen Maßnahmen soll laut Morales das bolivianische Volk die Souveränität über seine wichtigsten Ressourcen wiedererlangen.
Die Auswirkungen dieser politischen Entscheidung könne  Sie nachlesen unter www.phase1.net/bolivien03.html. Einen guten Überblick über die aktuellen Geschehnisse bietet die Seite www.lateinamerikanachrichten.de unter dem Stichwort
Bolivien

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Die Kultur

Die bolivianische Kultur reflektiert die Vielfalt der 35 Ethnien des Landes, die unter den unterschiedlichsten klimatischen und wirtschaftlichen Bedingungen leben und entsprechend unterschiedliche Mythen, Riten, Textilien, Rhythmen und Tänze entwickelt haben. Bolivianische Tänze. In Bolivien werden eine Vielzahl an Volkstänzen getanzt. Hier kann zwischen Tänzen der Einheimischen und afrikanischen Einwanderern unterschieden werden.
Einen guten Überblick über die Vielfalt der bolivianischen Tänze bietet die Seite http://de.wikipedia.org/wiki/Bolivianische_Tänze. Dort finden Sie sowohl die Tänze der indigenen Bevölkerung, als auch die der afrikanischen Einwanderer. Des weiteren Stehen Ihnen dort weitere Linktipps zur Verfügung.

Einen schönen Einblick in die vielfältige Kunst des bolivianischen Tanzes bietet auch die Seite www.tanzgruppebolivia.at.tf.

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Für ausführlichere Informationen schauen Sie auch hier:

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Kinder- und Jugendalltag in Bolivien

In Bolivien haben 14 Prozent der Bevölkerung weniger als einen Dollar am Tag, das Bruttosozialprodukt liegt bei 940 US-Dollar pro Kopf. Acht Prozent der Männer und 21 Prozent der Frauen sind Analphabeten. Große Teile der bolivianischen Bevölkerung arbeiten in der informellen Wirtschaft. Von den 8.857.900 Millionen Einwohnerin Boliviens leben 63,64% in den Städten und arbeiten dort im sogenannten Sektor z.B. als Schuhputzer. 35,7% der Bevölkerung sind unter 15 Jahren, 59,8% zwischen 15 und 64 Jahren alt. Die Lebenserwartung von Frauen liegt bei 68,25 und bei Männern bei 62,89 Jahren. Das Durchschnittsalter der Bolivianer liegt bei 21,45 Jahren.
91 Prozent der Kinder werden eingeschult, 18 Prozent brechen die Schule vor dem fünften Schuljahr ab. Das heißt, dass die meisten Kinder meist nur die Basisschulbildung erhalten, wenn sie überhaupt zum Unterricht erscheinen. Die Armut des Landes zwingt die Eltern, auch ihre Kinder arbeiten zu lassen. Für viele Kinder beginnt ein Tag mit Arbeit und endet mit Arbeit. Ein paar Beispiel von einem Kinderalltag in Bolivien finden Sie unter http://www.hinzundkunzt.de/hk/strassenmagazin/ausgabe/titelthema/~article~306/  oder auf der Website von terres des hommes unter www.tdh.de.

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Kinderarbeit in Bolivien

Wie ihn vielen anderen Ländern sind auch in Bolivien die Formen der Kinderarbeit zahlreich. So sind arbeitende Kinder u.a. in der Bergbauindustrie anzutreffen. Die Organisation terres des hommes beschreibt auf ihrer Website, wie die Kinder in den Minen arbeiten, aber auch welche alternativen Möglichkeiten ihnen neben der Arbeit geboten werden, um zumindest eine Grundbildung zu erhalten.
Im bolivianische Jugendschutzgesetz (Código del Menor) wird das Recht auf Bildung, Gesundheit und Familie betont. Das Gesetz erlaubt zwar, dass Jugendliche unter 18 Jahren bis zu sechs Stunden pro Tag arbeiten dürfen, alle Formen der Gewalt und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen sind aber ausdrücklich verboten. Doch die Tatsache, dass Bolivien zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas gehört und so auch die Kinder arbeiten müssen, kann auch dieses Gesetz nicht verbergen.
Heute sind die meisten Minen ausgebeutet und das Straßenbild ist nicht mehr von Männern in Schutzhelmen und zerschlissener Arbeitskleidung geprägt. Statt dessen steigt die Zahl der Kinder, die als Lastenträger, Busschaffner, Schuhputzer, Straßenverkäufer oder auf den Erzhalden schuften. Wer heute noch im Bergwerk arbeitet, tut dies auf eigene Faust und auf eigenes Risiko. Da die industrielle Verarbeitung zu teuer geworden ist, werden die Erze von Hand und unter Einsatz von giftigen Chemikalien in den Flüssen gewaschen und konzentriert. Ungeklärt fließt die gefährliche Brühe flussabwärts, wo sie später die Fischbestände der Guaraní-Indianer im Pilcomayo-Fluss vergiftet.
»Mein Vater holt das Erz aus dem Berg und bringt es in Säcken hier an den Fluss. Da müssen wir es weiterverarbeiten. Die wertlosen Steine müssen aussortiert werden, dann wird das Zinn herausgewaschen und nach Llallagua an die Kooperative verkauft«, erzählt der elf Jahre alte Miguel Angel. Fünf Stunden am Tag schuftet er hier am Fluss. Die Arbeit macht ihn schon nach einer halben Stunde müde.
Um die Situation der minderjährigen Minenarbeiter zu untersuchen, führte die bolivianische Nicht-Regierungsorganisation CEPROMIN auf Anregung von terre des hommes eine Befragung unter den arbeitenden Kindern durch. 221 der 342 befragten Kindern arbeiten danach im Bergbau oder den damit zusammenhängenden Verarbeitungsprozessen. Die anderen Kinder sind als Hilfsarbeiter auf den Märkten oder in kleinen Werkstätten beschäftigt. 72 Prozent arbeiten zwischen acht und zehn Stunden täglich. 72,5 Prozent verdienen monatlich 300 Bolivianos (etwa 50 Euro). Weitere Informationen zu terres des hommes und CEPROMIN finden Sie unter www.tdh.de.

Für mehr Informationen zum Thema Kinderarbeit klicken Sie hier: www.kinderkulturkarawane.de/2006/Kinderarbeit/index.htm

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Kinderprostitution

»Ich hatte zu Hause keinen Platz mehr«, sagen die Mädchen, die sich auf den Straßen der bolivianischen Millionenstadt La Paz mit Prostitution, Diebstahl oder Gelegenheitsarbeiten durchschlagen. Sie erzählen von Stiefmüttern, die »nur ihre eigenen Kinder lieb haben«, von alkoholsüchtigen und gewalttätigen Vätern oder Stiefvätern und schwachen Müttern, die sie nicht in Schutz nehmen konnten.
Als Daniela von zu Hause fortlief, war sie 14 und schwanger von ihrem Stiefvater. »Er hat mir Geld für eine Abtreibung gegeben«, sagt sie, »aber ich hatte Angst davor. Meine Mutter hat mir nicht geglaubt, wer der Vater war und wurde sehr wütend. Ich bin einfach weggelaufen, ohne zu wissen wohin.« Daniela schlief auf der Straße, lernte andere Jugendliche mit ähnlichen Geschichten kennen, und auch ihr Kind wurde auf der Straße geboren. Um das Baby und sich selbst zu ernähren und ab und zu ein billiges Zimmer zu bezahlen, fing sie an sich zu prostituieren.
Das Milieu der Straße ist hart; besonders für Mädchen: 80 Prozent haben Geschlechtskrankheiten, 70 Prozent waren schon einmal schwanger und 60 Prozent haben Abtreibungen oder Fehlgeburten hinter sich, die oft durch die Schläge des Partners verursacht wurden.
Zuerst bringen die Streetworker den Mädchen warme Getränke und zeigen ihre Bereitschaft zuzuhören und zu helfen. Wer möchte, kann dann in einem Zentrum schlafen und sich Hilfe holen. Erst wenn die Mädchen mit dem Leben auf der Straße brechen wollen, können sie in ein Wohnheim einziehen: Hier wird ihnen Mut zu einem neuen Leben gemacht und sie lernen, sich selbst um ihre Gesundheit, ihre Schulbildung, ihre berufliche Perspektive und Einkommensmöglichkeiten zu kümmern. Der letzte Schritt auf dem Weg in die Eigenständigkeit jenseits von Straßenmilieu und Prostitution ist das »betreute Wohnen«, bei dem die Mädchen beginnen, auf eigenen Füßen zu stehen.

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Projekte in Bolivien

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Was man tun kann
wollen Schüler/innen häufig wissen, wenn sie von der Not der Menschen anderer Ländern erfahren. Globales Lernen sollte stets auch Wege aufzeigen, aktiv zu werden. Eine Möglichkeit ist, bestehende Hilfsprojekte und humanitäre Organisationen durch Spenden und Mitarbeit zu unterstützen. Zum Spendensammeln gibt es unzählige kreative Möglichkeiten für Schüler/innen und ganze Schulen. Hier eine Zusammenstellung einiger (z.T. bereits genannter) Webseiten, auf denen man sich über Hilfsprojekte und Unterstützungsmöglichkeiten für Bolivien informieren kann:

www.tdh.de
(=> Stichwort Bolivien) verschiedene Hilfsprojekte
www.welthungerhilfe.de
(=> Stichwort Bolivien)
www.brot-fuer-die-welt.de/projekte/
(=> Stichwort: Bolivien)
www.heldirect.org
(=> Stichwort Bolivien) Unterstützung einer Fußballschule mit dem Schwerpunkt Bildung 

Spenden ist nicht alles,
denn Menschen in Kriegs- und Hungerregionen sind nicht aus eigener Schuld in Not geraten. Sie brauchen keine Almosen, die nur ihre Abhängigkeit vom „Spendentropf“ fördern, sondern kurzfristige praktische Unterstützung, um ihr Leben aus eigener Kraft neu zu organisieren oder um überhaupt zu überleben. Denn abgesehen von Naturkatastrophen wie Seebeben oder Dürre sind vor allem (inter-)nationale politische Machtbestrebungen, wirtschaftliche Interessen und Abhängigkeiten, Verteilungskämpfe um Ressourcen, Misswirtschaft und Korruption verantwortlich für Armut und Hunger. Zusätzlich zur konkreten Projektunterstützung muss deshalb ein umfassenderes Verständnis weltpolitischer Zusammenhänge und globaler Prozesse entwickelt werden. Dieses politische Bewusstsein gilt es, auch bei Schüler/innen anzuregen und ihnen Umsetzungsmöglichkeiten im Alltag und innerhalb der eigenen Gesellschaft zu zeigen, z.B. in Form von politischem oder sozialem Engagement, als Konsument oder durch Einwirkung auf Entscheidungsträger/innen.

Ideenpool
Anregungen für thematische Einstiege, Aktionen und Projekte im Unterricht

  • Informationen, Vorwissen, Assoziationen zum Land abfragen, z.B. durch Brainstorming, MindMap, Kartenabfrage

  • Fotos, Filme und Bücher als Gesprächsanlässe auswählen (mit und ohne Vorinformationen)

  • eine Organisation einladen oder besuchen, die Projekte in Bolivien unterstützt

  • Schüler/innen recherchieren und erstellen Wandzeitungen, Fotocollagen, Ausstellungen o.ä. zum Land, zu ausgewählten Themen oder zum Vergleich mit dem Alltag der Jugendlichen in Deutschland. Jede Menge Zahlen für Ländervergleiche bietet www.welt-in-zahlen.de

  • Radiosendung produzieren oder Zeitungsartikel (z.B. für Schulzeitung) verfassen

  • Projekte von Hilfsorganisationen untersuchen, präsentieren, vergleichen und ggfs. Unterstützungsaktionen organisieren oder mitarbeiten

  • Schulpartnerschaften suchen und aufbauen

  • Verkaufsstand organisieren für fair gehandelte Produkte aus Bolivien

  • Workshop zu bolivianischen Tänzen mit anschließender Aufführung

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Weiterführende Links zum Globalem Lernen:

www.globlern21.de Internetportal zum Globalen Lernen mit vielfältigen Verweisen
www.eine-welt-netz.de Eine Welt im Internet – Einstiegsseite zum Globalen Lernen
www.globales-lernen.de: Webseite vom Hamburger Landesinstitut für Lehrerbildung
www.eine-welt-medien.de: Datenbank zu Filmen und Medien für die Bildungsarbeit

www.eine-welt-unterrichtsmaterialien.de Datenbank mit Unterrichtsmaterialien zum Bestellen
www.weltinderschule.uni-bremen.de umfangreiche Unterrichtsmaterialien, kostenlose Ausleihe, Anregungen für Eine –Welt – Themen im Unterricht vom Projekt „Eine Welt in der Schule", Uni. Bremen
www.learn-line.nrw.de vom NRW - Landesinstitut für Schule mit Recherchemöglichkeit
www.baobab.at österreichische Website mit Literatur, didaktischen Tipps, Praxisbeispielen
Stand: August 2006/überarbeitet September 2007

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