Seit der ersten
KinderKulturKarawane im Jahr 2000 haben wir dieses kulturelle
Begegnungskonzept vertieft und weiterentwickelt. Jedes Jahr sind 5-7
Kinder- und Jugendkulturgruppen aus Ländern Afrikas, Asiens und
Lateinamerikas in Deutschland unterwegs. Sie stellen ihre künstlerischen
Produktionen in Schulen, Jugend- und Kulturzentren oder bei anderen
Kulturereignissen vor, geben Workshops und erzählen über sich und ihr
Leben, ihre Ängste, Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft. So lernen
Kinder und Jugendliche hier Gleichaltrige aus anderen Ländern als
begabte KünstlerInnen kennen, gleichzeitig aber auch als
gleichberechtigte PartnerInnen, mit denen es viele Gemeinsamkeiten zu
entdecken gibt. An der KinderKulturKarawane haben inzwischen 50 Gruppen
aus 21 Ländern teilgenommen. Sie haben mehr als 1.700 Aufführungen und
Workshops absolviert. Es werden alljährlich etwa 80.000 Menschen durch
Auftritte und Workshops erreicht. Die Anerkennung durch das deutschen
Publikum wertet die Arbeit der Gruppen auch in ihren Heimatländern auf.
Wir konnten darüber hinaus die Kulturprojekte unserer Partner in Afrika,
Asien und Lateinamerika mit insgesamt 380.000 € unterstützen.
Wir fördern den gleichberechtigten Dialog junger Menschen und
nachhaltige Partnerschaften von Projekten und Schulen.
"Der Workshop mit der indischen Theatergruppe wird unseren
SchülerInnen ein Leben lang im Gedächtnis bleiben“, davon ist die
Lehrerin eines Hamburger Gymnasiums überzeugt. Zwei Tage waren die
SchülerInnen ihrer 10. Klasse mit den indischen Gästen zusammen. Sie
haben sich viel erzählt, das
Theaterstück der InderInnen gesehen und einen Workshop mitgemacht.
„Wow! Was für eine Erfahrung mit den deutschen Jugendlichen zusammen zu
arbeiten. Das werde ich im Leben nicht vergessen“ schreibt einer der
indischen Schauspieler später in seiner Auswertung der
KinderKulturKarawane.
„Die Deutschen sind genau, ordentlich und gut organisiert“,
antwortet Luis Alejandro von Teatro Trono auf eine Frage aus dem
Publikum nach der Aufführung von Schülerinnen und Schülern der 11. und
12. Klassen in Coesfeld. Drei Tage war die Gruppe dort auf Einladung des
Jugendamtes zu Gast und lebte in Familien, die - so Vania von Teatro
Trono, “respektvoll und herzlich uns gegenüber waren“. Neben der
Aufführung gab es Workshops im Coesfelder Jugendzentrum, die nahtlos in
gemeinsame Freizeitaktivitäten - und natürlich viele Gespräche -
übergingen.
Wir präsentieren die
Vielfalt der Kinder- und Jugendkultur(en) der Welt auf hohem
künstlersichen Niveau.
"Unsere Kids wollen ehrlichen Applaus für ihre künstlerische Leistung.
Beifall, nur weil sie aus armen Verhältnissen kommen, das würden sie
sofort spüren und es würde sie beschämen", meint Brian Phakathi von
M.U.K.A.-Project aus Johannesburg, Südafrika. Er sagt, was für alle
Projekte der KinderKulturKarawane gilt: sie wollen die Kultur(en) ihres
Landes auf hohem künstlerischen Niveau präsentieren. So ist es nicht
verwunderlich, dass die Gruppen der KinderKulturKarawane nicht nur in
Schulen und Jugendzentren spielen, sondern auch auf großen Bühnen wie
der Hamburger „Kampnagel-
Fabrik“, der Berliner „Schaubühne am Lehniner Platz“ oder dem
„Internationalen Jugendtheaterfestival ‚explosive'“ in Bremen zu Gast
sind.
Wir unterstützen direkt
selbstorganisierte Projekte und Netzwerke in Afrika, Asien und
Lateinamerika.
„Die Bühne wird zu einem Laboratorium sozialer Fantasie“, sagt
Stephen Rwangyezi, Leiter der Ndere Troupe in Kampala. Die Ndere Troupe
ist eine der wichtigsten Kulturinstitutionen in Uganda und Knotenpunkt
eines Netzwerkes von über 2.000 Theatergruppen im ganzen Land. Die Ndere
Troupe kümmert sich um Kinder und Jugendliche aus schwierigen familiären
und sozialen Verhältnissen und gibt ihnen mit schulischer und
kultureller Ausbildung Halt und Perspektive. Dabei werden Musik- und
Tanzstile aus allen Teilen des Landes als gleichberechtigte kulturelle
Ausdrucksformen vermittelt - was in Uganda keine Selbstverständlichkeit
ist.
„Die Zukunft beginnt heute“ lautet das Motto von Teatro Trono aus
El Alto, Bolivien: nicht auf zukünftige Veränderungen warten, sondern
das Heute selbst tatkräftig gestalten. Als Teatro Trono 1998 zum ersten
Mal in Deutschland war, sah man den Jugendlichen an, dass sie ein Leben
auf der Straße hinter sich hatten. Heute sind Chila, Angel, Gustavo und
die anderen Lehrer und Trainer in ihrem Kulturzentrum COMPA und bringen
anderen Kindern und Jugendlichen Theater, Musik und Akrobatik bei. Sie
haben nach
dem Konzept von COMPA Kulturhäuser in Santa Cruz und Cochabamba
aufgebaut und organisieren Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer.
Die verschiedenen
Auszeichnungen und die positiven Rückmeldungen, die wir von allen Seiten
erhalten, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Finanzierung
eines so komplexen Projektes zunehmend schwieriger wird. Die Kosten
steigen in fast allen Bereich. Dem gegenüber steht die immer größer
werdende Schwierigkeit, öffentliche Mittel einzuwerben. Um die
KinderKulturKarawane so erfolgreich weiter entwickeln zu können, sind
wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.
Spendenkonto:
Büro für Kultur- und Medienprojekte gGmbH
Konto-Nr.: 126 813 60 98
Hamburger Sparkasse, BLZ 200 505 50
(Gerne senden wir Ihnen eine Spendenbescheinigung zu.)