| Stellungnahme der Vertreter asiatischer Länder auf der Oslo-Vorbereitungskonferenz in Bangkok/Thailand, September 1997 |
Wir, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Konferenz, einschließlich der Repräsentanten von Regierungen, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden, Nicht-Regierungs- und Volksorganisationen aus Australien, Kambodscha, China, Indonesien, Laos, Malaysia, Mongolei, Burma, den Philippinen, Thailand und Vietnam, sind zusammengekommen, um die nicht tolerierbaren, nicht akzeptierbaren Formen der Kinderarbeit in der Region zu identifizieren und um Aktionen zu beschließen, um diese Gewalt gegen unsere Kinder zu beenden.
Wir glauben an die reichen und praktischen Lehren, die aus den Erfahrungen und den Aktionen der Regierungen, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden, Nicht-Regierungs- und Volksorganisationen und insbesondere der Kinder selbst gezogen werden können, wir vertrauen auf den kooperativen Geist unter den Völkern dieser Region sowie der betroffenen Organisationen, UN-Organisationen und internationalen Kinderrechtsorganisationen. In diesem Geist nehmen wir an dieser Konferenz teil, um eine transparente Gelegenheit zu erhalten, das Problem objektiv zu verstehen und konkrete und effektive Aktionspläne gegen die nicht zu tolerierende und inakzeptable Kinderarbeit aufzustellen.
Wir stimmen unzweifelhaft darin überein, daß die folgenden intolerierbaren Formen der Kinder in dieser Region sofort abgeschafft werden müssen: Kinderprostitution und ähnliche Arbeit in der Unterhaltungsindustrie; Kinderpornographie; Kindersoldaten; Räumung von Landminen; Bergbau und Steinbrüche; Bauarbeiten; Tiefseefischen; Schmuggel von illegalen Substanzen; Straßenreinigung; Pyrotechnik.
Wir stimmen ferner darüber ein, daß es andere Formen von Kinderarbeit gibt, die aufgrund bestimmter Bedingungen nicht tolerierbar sind. Wir drängen darauf, daß die folgenden Bedingungen als Rahmen genutzt werden sollen, um anderen Formen nicht tolerierbarer Kinderarbeit festzulegen:
In der Zusammenstellung dieses Rahmens drängen wir auch darauf anzuerkennen, daß Ausbeutung auch aufgrund von Alter, Geschlecht und sozio-kulturellem Status stattfinden kann. Dies betrifft sehr junge Kinder, ethnische Minderheiten, Migrantenkinder und insbesondere Mädchen. Die Auffassungskraft des Kindes gegenüber seiner Arbeit muß ebenfalls in Betracht gezogen werden.
Wir erkennen, daß Kinder, die solchen schlimmen Formen der Kinderarbeit ausgesetzt sind, auch diejenigen sind, die man am schwierigsten erreichen und identifizieren kann, um praktische Aktionen und Interventionen durchzuführen. Auf der Grundlage der Kenntnisse und Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und praktischer Beispiele, um einen effektiven Zugang und eine systematische Vorgehensweise in diesen Situationen zu erhalten, unterstreichen wir die Bedeutung von:
In Übereinstimmung mit dem oben Genannten, bestätigen wir, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser regionalen Konferenz, unsere Verpflichtung im besten Interesse des Kindes, insbesondere der Kinder, die unter schlimmsten Bedingungen arbeiten müssen.
Deshalb rufen wir die internationale Gemeinschaft und alle internationalen Foren auf, die sich mit diesem Thema beschäftigen, insbesondere die Internationale Konferenz über Kinderarbeit in Oslo (Oktober 1997) und den Prozeß der neuen ILO-Konvention über die schlimmsten Formen der Kinderarbeit, auf, dieses Statement und unsere Empfehlungen ernsthaft in Erwägung zu ziehen, effektive Schritte gegen die Abschaffung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu unternehmen.
Bangkok, 5. September 1997
Übersetzung: terre des hommes
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