Kinder-Forum gegen ausbeuterische Formen der Kinderarbeit, 
1./2. September 1997, Bangkok, Thailand

Wir, die Kinder aus Südost- und Nordostasien, sind für zwei Tage zusammengekommen und geben die folgenden Stellungnahmen ab:

»Kinderarbeit ist nicht gleich Kinderarbeit«

Es gibt Kinderarbeit, die keine negativen Effekte auf die Entwicklung der Kinder hat, weil sie entweder freiwillig geleistet wird, weil sie nicht profitorientiert ist oder weil es sich um Arbeiten im Haushalt handelt. Diese Arbeit eröffnet Möglichkeiten für das Leben und gibt Kindern neue Erfahrungen. Auf der anderen Seite gibt es die profitorientierte Kinderarbeit. Das Kind muß Tag für Tag kontinuierliche arbeiten, es ist mental und physisch erschöpft.

Wir haben eine Liste zusammengestellt, von der wir glauben, daß es sich um nicht akzeptierbare Arten der Kinderarbeit handelt:

Wir denken, daß solche Art Arbeit nicht zu akzeptieren ist, weil sie für unsere Gesundheit und unser Wohlergehen gefährlich ist, insbesondere wenn wir in folgenden Bereichen beschäftigt sind:

Wenn wir in diesen Sparten beschäftigt sind, haben wir keine Zeit zum Lernen, keine Zeit zum Spielen. Wir werden unsicheren Arbeitsbedingungen ausgesetzt, und wir werden nicht geschützt.

Empfehlungen

  1. Um die schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu beseitigen, sollten Eltern, Nicht-Regierungsorganisationen und die Regierungen partnerschaftlichen mit den Kindern zusammenarbeiten.
  2. Alle Regierungen, sowohl auf lokaler wie internationaler Ebene, sollten die schlimmsten Formen der Kinderarbeit beseitigen, doch den Kindern sollte erlaubt sein, leichte und freiwillige Arbeit sowie Gemeinschaftsarbeiten zu leisten.
  3. Um die schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu beseitigen, müssen alle Kinder und Erwachsenen die Rechte der Kinder kennen und verstehen.
  4. Es sollte Unterstützung und Kampagnen verschiedener Art geben, zum Beispiel in Form von Medien, Theaterspielen, Kinderanwälten usw., um das öffentliche Bewußtsein zu steigern. Diese Arbeit sollte gemeinsam mit arbeitenden Kindern geleistet werden.
  5. Wir sehen, daß es in unseren Ländern Gesetze gibt, die unsere Rechte schützen soll. Das Problem liegt aber in ihrer Anwendung und Überwachung.
  6. Diejenigen die Kinderarbeit ausbeuten, müssen bestraft werden.
  7. Es sollte ein Überwachungssystem geben, um sicherzustellen, daß eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in bezug auf Schutz, Sicherheit und Behandlung durch die Arbeitgeber stattfindet.
  8. Kindern in schlimmsten Arbeitsverhältnissen sollte sofort geholfen werden, sie sollten nicht bestraft werden.
  9. Kindern, die aus schlimmen Arbeitsverhältnissen befreit werden, müssen Programme zur Erholung und Heilung und zur Verbesserung ihres Lebensstandards angeboten werden.
  10. Die Gemeinden sollten vorbereitet sein, um die geretteten Kinder willkommen zu heißen.
  11. Arbeitende Kinder sollten die Freiheit haben, sich selbst zu organisieren, sich zusammenzuschließen, miteinander zu kommunizieren und Ideen mit anderen Kinder auszutauschen.
  12. Für die Kinder, die immer noch in Fabriken arbeiten, sollten Aktivitäten durchgeführt werden, damit sie sich erholen können und Spaß haben. Beispiele sind Workshops, in denen Kinder Selbstvertrauen entwickeln und sich selbst ausdrücken können, oder Reisen, um Kinder mit anderen Kindern zusammenzubringen.
  13. Wir erkennen, daß ein Hauptgrund für Kinderarbeit die Armut ist, also sollten Kindern und ihren Familien einkommensschaffende Maßnahmen angeboten werden.

Übersetzung: terre des hommes

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Last modified: 23. April 1999 18:40:20 MET
 

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