Erklärung von Huampaní für eine würdige Arbeit
und die Achtung und den Schutz der NATs
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Erklärung der im V. Lateinamerikanischen Treffen versammelten arbeitenden
Kinder und Jugendlichen und der am IV. Pädagogischen Seminar über
Kinderarbeit teilnehmenden Erzieher (beide Veranstaltungen fanden zwischen dem 6. und
9. August 1997 in Huampaní, Distrikt Chaclacayo, in Lima, Peru statt):
Angesichts der Tatsache daß:
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die Staaten keine der Realität angepaßte und der Verbesserung der
Lebens- und Arbeitsbedingungen dienende Sozialpolitik verfolgen;
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die Existenz eines unpräzisen und zweideutigen gesetzlichen Rahmens, welcher
die auf früheren Veranstaltungen geäußerte Meinung der arbeitenden
Kinder und Jugendlichen nicht berücksichtigt, eine abolitionistische Politik
begünstigt, die die Identität der arbeitenden Kinder und Jugendlichen
geringschätzt und gegen ihr Menschenrecht auf eine würdige Arbeit
verstößt, das von den verschiedenen Menschenrechtsinstrumenten und der
Kinderrechtskonvention anerkannt wird,
erklären wir:
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Wir fordern das Recht auf Arbeit, unabhängig vom Alter, für alle
Personen als ein Menschenrecht.
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Wir fordern unser Recht zurück, eine Hauptrolle zu spielen als soziale,
ökonomische und juristische Subjekte, und wir fordern das Recht, mittels
unserer Organisationen am Entwurf der Politik und der legalen Normen mitzuwirken,
die unser Leben betreffen.
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Wir verurteilen die wirtschaftliche Ausbeutung und den Mißbrauch, welchem
die arbeitenden Kinder und Jugendlichen ausgesetzt sind, und fordern das Recht auf
würdige Arbeitsbedingungen und eine Gesetzgebung zum Schutz der Arbeit.
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Wir fordern eine Erziehungspolitik, die die Erziehung und Arbeit miteinander
verknüpft und die Besonderheit der sozialen Rolle der arbeitenden Kinder und
Jugendlichen berücksichtigt.
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Wir rufen die internationalen und multilateralen Organismen dazu auf, juristische
Instrumente zu erarbeiten, die die komplexe und verschiedenartige Natur der
Kinderarbeit berücksichtigt und zwischen Ausbeutung von Kinderarbeit und
anderen, zur persönlichen Entwicklung der Kinder beitragenden Arbeitsformen
unterscheiden.
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Wir fordern von den Regierungen, internationalen und multilateralen Organismen
einen realen politischen Willen zur Abschaffung aller ungesetzlichen bzw.
kriminellen Aktivitäten, wie z. Bsp. Sklaverei, Knechtschaft, sexuelle
Ausbeutung, Pornographie, Leiharbeit, Kinderhandel, Drogenhandel und andere, die
in Übereinstimmung mit den internationalen juristischen Instrumenten gegen
die Menschenrechte verstoßen.
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Wir schlagen die Verabschiedung eines Zusatzprotokolls zur Kinderrechtskonvention
vor, das sich vor allem auf folgende Punkte bezieht:
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Anerkennung des Rechts auf Arbeit als ein auf der Würde des Kindes
basierendes Menschenrecht;
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Anerkennung einer speziellen zivilen Rechtsfähigkeit, die die klassische
Auffassung der Rechtsunfähigkeit überwindet;
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Anerkennung der Organisationen und entsprechende Zuerkennung der juristischen
Person in Übereinstimmung mit dem in der Konvention anerkannten Recht auf
Zusammenschluß;
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Kompetenzausdehnung des Komitees der Kinderrechtskonvention, um über
Kinderrechtsverletzungen informiert werden zu können und Verfügungen
ausstellen zu können, die von den entsprechenden Gerichtsbarkeiten der
einzelnen Länder einklagbar sind.
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Wir fordern von den Gewerkschaften der Arbeiter die Möglichkeit der
Eingliederung der Organisationen arbeitender Kinder und Jugendlicher.
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Wir fordern die Internationale Arbeitsorganisation, in ihrer Eigenschaft als
dreiparteiische Organisation der Vereinten Nationen auf, die arbeitenden Kinder
und Jugendlichen, in Erfüllung ihrer Verfassung, in die Debatten der
Internationalen Konferenzen aufzunehmen.
Huampaní, Lima, im August 1997