Zirkus Parada
Pressestimmen

 

Artisten des Zirkustheaters "Parada" spielen ihre eigene Lebensgeschichte
Leben der Straßenkinder geschildert

Die sieben Artisten des Zirkustheaters "Parada" traten am Mittwochabend im Asselner Lutherhaus auf. Sie begeisterten die Zuschauer mit einem schwungvollen Programm voller Artistik und Clownerie, und gaben einen betrüblichen Einblick in ihr früheres Leben als Straßenkinder in den Gossen Bukarests.

Mit gesenkten Köpfen und schlurfenden Schritten, sehr langsam, als wären sie aus dem geschäftigen Lauf der Zeit hinausgeschlittert, tasten sich sieben Gestalten durch den freien Raum vor den Stuhlreihen der Zuschauer. Pantomimisch stellen die Artisten der Gruppe "Parada" das Leben der Straßenkinder dar, die sie selbst einmal waren. Zu dem dunkelklagenden Cellospiel und verstörenden Geigenklängen wirken die rotgemalten Nasen der Darsteller traurig und verlassen. Fröstelnd verschränken sie die Arme vor dem Bauch, sinken noch mehr in sich zusammen während sie antriebslos umherstreifen. Schließlich schaut eine der Gestalten ängstlich nach oben, schaudert und legt sich auf den blanken Boden. Mit dem Fuß testet einer der Jungen, ob das Kind nur schläft, zieht sich zurück und nähert sich wieder. Schließlich trägt der junge Mann die zusammengesunkene Figur von der Bühne und die Musik verstummt.

Dann blasen fordernde Rhythmen moderner Tanzmusik alle Trübsal hinfort. Die sieben Jugendlichen aus Rumänien jonglieren, schleudern sich gegenseitig zu spektakulären Salti durch die Luft und verblüffen die Kinder und Erwachsenen mit Zaubertricks.

Verständigungsprobleme gab es keinesfalls: Lautstark dirigierte eine der Artistinnen auf ihrer Trillerpfeife Zuschauer auf die Bührie. Klar, dass die Erwachsenen mehr zu erdulden hatten als die kleinen Freiwilligen. Mit Paketband schufen die Paradas aus vier aufrechten Mannsbildern einen Boxring.

Besondere Stimmung kam beim Bauchtanz und dem Feuerjonglieren am Ende der Show auf. Das Zirkustheater "Parada" reist derzeit mit der Kinderkulturkarawane durch Deutschland. Überall in der Republik begeistern die sieben Gruppen Kinder mit ihrem Programm. Alle Künstler und Artisten lebten früher auf der Straße, bevor sie mit der Kunst einen Weg aus dem Elend fanden.

Dortmund-Asseln, 01.09.2000