ARGENTINIEN - Informationen zum Land

Wirtschaft

Argentinien verfügt über umfangreiche Bodenschätze und einen produktiven landwirtschaftlichen Sektor. Das Land ist einer der größten Weizenexporteure der Welt. Mais, Ölpflanzen, Sonnenblumenkerne, Sojabohnen und Zucker sind ebenfalls wichtige Exportgüter. 2003 profitierte das Land von deutlich gestiegenen Preisen einiger Güter wie Soja, das sich um 20% verteuerte. Soja allein stellt ein Viertel der Gesamtexporte. Rindfleisch hat als Exportgut in den letzten Jahren an Bedeutung verloren. Daneben werden Textilien, Metalle und Chemikalien ausgeführt.
Der Fremdenverkehr ist ausbaufähig und konzentriert sich bislang vor allem auf die Hauptstadt und die Badeorte an der Atlantikküste. 2003 haben die Einnahmen aus dem Tourismusgeschäft um 30% gegenüber dem Vorjahr zugelegt.
2003 betrug der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt (BIP) rund 11%, des Dienstleistungssektors 54% und der verarbeitenden Industrie rund 35%.
Argentiniens Außenhandel erlebt seit 2003 ein starkes Wachstum. Die Exporte werden mittlerweile auch durch eine starke Erholung der Importe ergänzt. Zu dem Erfolg des Exports hat wesentlich die Landwirtschaft beigetragen. Wichtigster Handelspartner in Südamerika ist Brasilien. Die USA liefern einen Großteil der Fertigwaren. Das Handelsvolumen mit Japan und den EU-Ländern (u. a. Deutschland und die Niederlande) nimmt ständig zu.
Externe Faktoren, wie z. B. die Wirtschaftskrise in Asien und fallende Weltmarktpreise von Rohstoffen und Bedarfsgütern sowie der Rückgang argentinischer Exporte nach Brasilien infolge von Währungsschwankungen führten 1999 zu einer Rezession. Bis 2002 steckte Argentinien in der schwersten Wirtschaftskrise seiner Geschichte. Ende 2002 zog das Wirtschaftswachstum wieder an und 2003 lag das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts bei 8,7% und 2004 bei rund 7%.
Größte Defizite verzeichnet die Wirtschaft nach wie vor im Sozialbereich. Die offizielle Arbeitslosenrate beläuft sich auf 20%. Mehr als 44% der Bevölkerung lebt unter dem Existenzminimum und 17% der Argentinier leben in tiefster Armut (Stand: 2004).
Argentinien ist Mitglied der WTO, des IWF, der Weltbank, des MERCOSUR und der Asociación Latinoamericana de Integración (ALADI).

Flora und Fauna

Das Land weist sehr unterschiedliche Vegetationen auf. Das Strauchland besteht vorwiegend aus Zwergbüschen, während in den Regenwäldern Riesenzedern und Lorbeerbäume wachsen. Die Quebrachobäume, aus denen das Tannin gewonnen wird, sind in Mesopotamia heimisch.
Zu der für Südamerika typischen artenreichen Tierwelt gehören u.a. Lama, Jaguar, Gürteltier, Affen und Schlangen. Weiterhin gibt es den Tukan, Kolibris, Papageien und den Pampastrauß (Nandu). In den fischreichen Flüssen leben auch Piranhas. Die Küste bietet Seelöwen gute Lebensbedingungen. Die heute in Patagonien wild lebenden Schweinerassen stammen vom Hausschwein ab, das europäische Siedler einst ins Land brachten.

Musik

Argentinische Musik ist durch den Tango (und die verwandten Musikformen Milonga und Vals) bekannt geworden. Bekannteste Interpreten sind Carlos Gardel und Astor Piazzolla. Tango kann jedoch nicht auf die musikalische Dimension beschränkt werden, vielmehr ist Tango ein gesamtkulturelles Phänomen mit den zusätzlichen Aspekten Textdichtung und tänzerischer Interpretation. Als solches begründet der Tango eine kulturelle Identität die sehr viel zum Selbstverständnis der Argentinier, genauer genommen der "Porteños" aus Buenos Aires, beiträgt. Nach wie vor wichtig für die Musikszene Argentiniens sind in der traditionellen Musik verwurzelte Folklore-Interpreten. Zu den auch international beachteten Musikern zählen der als Atahualpa Yupanqui weltweit bekannt gewordene Héctor Roberto Chavero und die aus der Provinz Tucumán stammende Mercedes Sosa (geboren 1935), die 1982 nach vier Jahren Exil in Madrid und Paris nach Argentinien zurückkehrte. Neuerdings sind in Argentinien einige traditionelle Musikstile von der Popmusik her wiederbelebt worden. Zu nennen sind hier der fröhlich-leichte Tanz des Cuarteto, die urbane Musik der Stadt Córdoba, sowie einige Stile der von den Spaniern übernommenen nationalen Folklore, die durch Mischung mit anderen Stilen eine völlig neue Gestalt erlangt haben. Auch Musikstile aus anderen Teilen Südamerikas, allen voran die kolumbianische Cumbia, wurden von argentinischen Interpreten weiterentwickelt. So entstand als aktueller Beitrag Argentiniens zur Popmusik in Buenos Aires die Cumbia Villera (Slum-Cumbia).

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