Die Musik- und Tanzgruppe Big Mama Laboratorio aus Buenos Aires besuchte zur 15. KinderKulturKarawane die Hansestadt Hamburg, um mit ihrer Produktion TODO TERRENO Auftritte und Workshops zu geben. In der Gretel-Bergmann-Schule und in der Heinrich-Hertz-Schule begleitete ich die Gruppe, um sie, ihre Arbeit und die Botschaft, die sie in sich tragen, kennen zu lernen. Romina, Mitglied der Gruppe, hat mir einige Fragen beantwortet.

Erzähl mir etwas über das Projekt Big Mama Laboratorio!

Das Projekt ist Musikalisch und verbindet. Wegen der Musik ist es mit Tanz und Parkour verbunden und es gibt viele Tanzstile. Deshalb heißt es das “Labor”, weil wir viele Musikstile mischen: Folkmusik, Hip Hop, Dancehall, Cumbia, Reggaeton, und viel afrolatin Musik, So ist es auch mit dem Tanz. Wir machen eine Mischung aus Zeitgenössichem Tanz, Hip Hop , Breakdance, Dancehall, Pop, Reggaeton.. millionen von Stilen. Und für diese Tour haben wir auch Parkour integriert, Das sind die Jungen die Akrobatik machen. Springen, springen, springen.. in der Show. Mit viel Akrobatik, Dieses Projekt hat Laura begonnen . Big Mama Laboraotiro. Vor zwei Jahren hat sie musikalisch angefangen, ihre Lieder produziert, ihre Musik, zusammen mit dem Produzenten. Lange Zeit später hat sie sich entschieden alles in den Tanz einzubringen. Wir alle sind Teil einer Organisation , welche "Crear Vale la Pena" heißt. Sie arbeitet mit Kunst, sozialem Wandel in den ärmeren Vierteln wie la Cava, el barrio San Cayetano, barrio Sauze. Viele von uns sind von diesen Stadtvierteln, Sehr arme Viertel. Wir gehen zu diesem kulturellen Zentrum um Unterricht zu nehmen. Um uns als Lehrer oder Tänzer weiter zu bilden. Eigentlich hab ich in diesem kulturellen Zentrum mit 9 Jahren anfangen, ich wollte eine Tänzerin werden. Ich hab dort Laura kennen gelernt, Wir haben viele Jahre zusammen getanzt und wir sind viele Male hier her gekommen um Tours zu machen. Nach einiger Zeit bin ich zurück gegangen zu "Crear Vale la Pena" mit dem Projekt Big Mama Laboraorio. Laura hat viele Kinder gesehen während unserer (ihre eigene) Tanzprobe. Sie hat uns vorgeschlagen, Teil ihrers musikalischen Projektes zu sein, wenn wir wollen, aber tanzend. Und dort haben wir haben wir angefangen die Musik von Laura, die viele verschiedene Stile vereint, mit unserem Tanz, der auch viele verschiedene Stile umgreift, zu mischen. Und jetzt sind wir hier auf der Tour. (Sie lacht)

Was ist das Wichtigste, was Ihr den Kindern und Jugendlichen mitgeben wollt?

Für mich ist das Wichtigste, von dem wofür wir hergekommen sind vor allem die Sprachbarriere zu übrewinden. Diese  Lehre bedeutet viel mehr als ein Tanzschritt. Wie zum Beispil - Respekt, dafür, dass wir von weit her gekommen sind, um etwas mitzuteilen, das Ziel ist Erfahrung, die man später nutzen kann, oder wie eine Lehre. . Es ist egal, die Rasse, die Farbe oder die Sprache , das ist nicht wichtig , wichtig ist zu verbinden und eine Verbindung auf zu bauen. Weil das ist weswegen wir hier hergekommen sind [...] Ihre Wurzeln mit unseren Wurzeln zu verbinden. Ihre Glaubenssätze mit unseren Glaubenssätzen zu verbinden, auch diese zu vermischen. Denn davon handelt Big Mama Laboraotio, die Mischung vom Tanzen, die Mischung von Farben, die Mischung von Sprachen, die Mischung des Respekts. Und das ist unser Ziel. Die Welt zu verändern. Von unserem bescheidenen Standpunkt.

   

Warum wolltest du an der Tour und den Workshops teilnehmen?

Ich tanze gerne, seit dem ich ein kleines Mädchen war. Und zu dieser Tour mit zu kommen ist für mich sehr wichtig , vorallem für meine Karriere. Und es ist auch wichtig das hier zu lassen, zu teilen, was ich vorhin meinte: die Mischung..... Der Workshop ist sehr wichtig, viel wichtiger als die Show/Performance. In den WORKSHOPS können wir uns verbiden, reden. Wir können mischen, wir können dialogisieren, wir können viel mehr als die Stimme und Sprache teilen, den Körper, deshalb ist das wichtig für mich. Viel mehr als eine Performance, Farbe, Bilder, Musik, Gesang, Tanz, Akrobatik [...]– das Beste, dass die Leute die an unseren Workshops teilnehmen das behalten und mitnehmen. Das, was wir auf einer Bühne machen, können wir auch ohne Bühne machen.

Welche Erfahrungen hast du mit Land und Leuten gemacht, welche du während der Tour kennen gelernt hast?

Es ist schwierig wegen der Sprache, aber wie gesagt, wir können uns irgendwie verstehen.. Hier sind die Leute ein bisschen verschlossener, und haben andere Ansichten Dinge zu tun . Und wir versuchen diese Situation zu verändern, weil wir von Lateinamerika kommen, wir sind unterschieldich, wie wir uns begrüßen, reden, sprechen, aber wir können uns verbinden.. aber ich achte nicht darauf … ( auf die Unterschiede). Auf diese Dinge. Ich versuche und achte bei mir auf das TUN, an die Fähigkeit etwas zu tun. Unabhängig von unseren Unterschieden. Für mich gibt es keine Unterschiede. Wir sind alle gleich.

Was war der traurigste Moment in deinem Leben?

Der traurigste Moment in meinem Leben war als meine Großmutter starb. Ich war noch ein sehr kleines Mädchen und meine Mama und mein Papa haben sich getrennt . Mein Vater hat meine Mutter verlassen, Und meine Oma hat uns aufgezogen für viele Jahre, damit meine Mutter arbeiten gehen konnte. Ansonsten hätten wir nicht zu essen, zum Anziehen, zum Leben gehabt. Um weiter zu machen. Und das war sehr traurig für mich, als sie starb. Weil sie meine Mama, mein Papa, meine Oma, mein Onkel war. Alles war. Es war sehr traurig und es kostete mich viel, weiter zu machen. Insbesondere weil ich zu klein war und weil meine Mutter nicht da war. Das war ein sehr trauriger Moment in meinem Leben.

Was war der glücklichste Moment in deinem Leben?

(Lacht) Als ich schwanger wurde. Als ich meinen Sohn bekommen habe. Das war der glücklichste Moment in meinem Leben. Und es gibt kein anderes Glück für mich. Er besetzt mein ganzes Leben, mein ganzes Wesen. Alles, alles, was ich mache, ist für ihn, alles was ich denke, da denke ich an ihn, alles was ich fühle, fühle ich in ihm, alles was ich bin, ist in ihm. Und er tanzt auch gern. Es macht mich glücklich zu sehen, wenn er tanzt. Alles was ich kreiert habe, was ich bin, ist in ihm, er ist wie ein Teil von mirl (Sieht mich an) Weine nicht weine nicht..

Danke schön Romy!

Interview, Dokumentation & Photographie Viktoria Schmid














Gesichter der KinderKulturKarawane
Big Mama Laboratorio

Projekt: Viktoria Schmid 









Was bedeutet der Tanz für dich?

 Das Leben selbst, das ganze Leben. Der Tanz ist wie das Leben. Im Leben hast du viele Dinge, die du lösen und überwinden musst, Traumas, Dinge aus der Kindheit. Das selbe passiert beim Tanzen. Der Tanz verändert sich im Tänzer. Geht durch unterschiedliche Etappen, wie das Leben. Er verändert sich ständig. Und es ist auch ein Weg, um Hindernise zu überwinden.

Was sind deine Pläne für die Zeit nach der Rückkehr in die Heimat?

Wenn ich zurück komme nach Argentinien, werde ich erstmal meinen Sohn ganz fest umarmen, denn Ich bin Mutter. Und ich bin hier seit einem Monat und ...Wochen und das ist ein großes Opfer für mich. Meinen Sohn zu verlassen ist …. ein Schmerz. Aber er versteht , dass … oh ich werde weinen.. weil ich hier bin, um meine Mission zu beenden... Und alles, was ich mache ist dafür da, um die Perspektiven zu ändern. Und weiter zu gehen. Ich komme aus einem sehr sehr armen Viertel. Und für mich ist es sehr wichtig Grenzen zu durchbrechen. Weil das ist meine Lehre. Meinem Kind zu zeigen, dass er alles schaffen kann, was er machen will. Deshalb werde ich weiter machen. Wenn ich nach Argentinien zurück gehe, sind meine Pläne mit ihm zusammen zu sein und... und meine Arbeit – ein kulturelles Zentrum in meinem Viertel zu gründen. In einem sehr sehr armen Viertel. Wo die Kinder und Jugendlichen und Teenager und Erwachsene und Ältere … Wer will,  die Kunst entdecken kann. In der Art und Weise, wie sie wollen. Wie sie können und wollen.. Wie sie sie fühlen. Die Kunst ist ein Veränderer und die Kunst hat mich und mein Leben verändert, deswegen bin ich hier.

  

Wenn du vor einem großen Publikum stehen würdest und ihnen einen Ratschlag geben könntest, welcher wäre das?

Für mich , man muss immer für das was man will, kämpfen. Weil alle diese Stärke, die auf das Tun konzentriert ist, muss positiv sein. Bleib immer positiv. Denn, wenn man etwas tun will – und man nimmt eine negative Einstellung an - in einem Moment wird alles, was man hier hat oder im Herzen selbstzerstörerisch. Und der Mensch ist selbstzerstörerisch. Und ich glaube, dass ein Lied von Big Mama Laboratorio sagt, dass die Stärke eines Wunsches unendlich ist.